"Asphärische Monofokallinsen"
Grauer Star: NDR prangert Abzocke durch Augenärzte bei OPs an

Einer Recherche des NDR zufolge werden zahlreiche Patienten bei Grauer-Star-Operationen übervorteilt. Augenärzte machten ihnen unseriöse Angebote, wonach sie Hunderte Euro für angebliche Premiumlinsen selbst zahlen sollten, obwohl die Krankenkassen die Kosten komplett übernehmen würden.

    Ein menschliches Auge (Symbolbild)
    Beim "Grauen Star" trübt sich meist im Alter die Augenlinse ein. Wenn die Sicht zu schlecht wird, wird in der Regel ambulant operiert. (Symbolbild) (imago / agefotostock)
    DAs berichtet der Sender unter Berufung auf ihm vorliegende Abrechnungen und Behandlungsverträge.
    Man habe dazu mehrere Augenarztketten angefragt. Die meisten hätten gar nicht geantwortet, zwei nur allgemein. Augenärzte führen nach Schätzungen etwa eine Million Grauer-Star-Eingriffe in Deutschland pro Jahr durch. Als Grauen Star bezeichnet man eine verbreitete Erkrankung, bei der sich die Augenlinse eintrübt. Wird die Sicht zu schlecht, erfolgt - überwiegend ambulant - eine OP.
    Ein systemisches Problem gibt es aus Sicht des Bundesverbands der Augenärzte nicht. Grundsätzlich halte man es für richtig, individuelle Mehrleistungen selbst zu tragen, statt alle Beitragszahler damit zu belasten, teilte der BVA nach NDR-Angaben mit. Falls Einzelne das ausnutzten, empfehle man, dieses Verhalten zu hinterfragen und zu verfolgen, statt die Regelung als Ganzes infrage zu stellen.
    Bei den Premiumlinsen handelt es sich um sogenannte asphärische Monofokallinsen, die mittlerweile weltweit als medizinischer Standard gelten. OP-Zentren bekommen sie laut NDR zu einem Preis, der deutlich unter dem liegt, was die gesetzlichen Krankenversicherungen pauschal erstatten. Viele Augenärzte sollen aber behaupten, dass nur sphärische Linsen Kassenleistung seien, und für eine asphärische Variante oft mehr als 500 Euro Aufpreis pro Auge verlangen.
    Diese Nachricht wurde am 06.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.