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Green EconomyMit Forschung zu nachhaltigem Wirtschaften

Rohstoffe, Energie, Transport - das alles brauchen Unternehmen, um Güter produzieren zu können. Vor gut zwei Jahren haben das Bundesforschungs- und das Bundesumweltministerium sich die Aufgabe gestellt, die Wirtschaft dem Leitbild der Green Economy anzunähern. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Forschung.

Von Christel Blanke | 18.11.2014

Pilotanlage zur CO2-Speicherung in Ketzin bei Berlin
Eine Pilotanlage zur CO2-Speicherung in Ketzin bei Berlin - "Bei der Ressourceneffizienz sind die größten Blöcke zu heben", sagt Barbara Hendricks. (dpa/picture alliance/Bernd Settnik)
Der Welt deutlich machen, dass eine erfolgreiche Industrienation nachhaltig wachsen kann - darum geht es den beiden Ministerinnen mit ihrer Forschungsagenda:
"Für Deutschland ist dieser Bereich auch international einer, womit man punkten kann. 14 Prozent des Welthandels im Bereich der Umwelttechnologien kommen aus Deutschland. Wir sind dort Spitzenreiter und wollen mit der Forschungsagenda, die wir heute starten, dieses stärken. Denn ohne Forschung, ohne neuere Ergebnisse ist nachhaltiges Wirtschaften aus unserer Sicht nicht möglich."
Die CDU-Politikerin Johanna Wanka ist als Bundesforschungsministerin federführend für das Programm. Dabei soll gemeinsam mit Vertretern aller möglichen Interessengruppen - also zum Beispiel der Wirtschaft, aber auch der Gewerkschaften, der Städte und Gemeinden und von Umweltverbänden - erforscht werden, wie sich Wachstum umwelt- und sozialverträglich gestalten lässt. Denn Wachstum, versichert Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, brauchen wir:
"Es gibt ja Menschen, die sagen: Nein, das Wachstum soll überhaupt ganz sein gelassen werden. Das geht nicht. Denn die Zunahme der Weltbevölkerung - im Jahr 2050 werden etwa neun Milliarden Menschen erwartet - bedeutet, dass wenn wir auch noch so schonend umgehen, dass wir gleichwohl Wachstum brauchen, um die Menschen mit dem Notwendigen auszustatten. Mit dem Notwendigen, was jeder Mensch für sein Leben braucht. Dazu gehören eben alle möglichen Ressourcen und dazu gehört Energie."
Schwerpunkt auf Ressourceneffizienz
Eine gute Forschung sei die Basis dafür, so die SPD-Politikerin. Und sei auch nötig, damit sich Deutschland seine führende Position im Bereich Green Economy erhalten könne. Besonders wichtig sei Forschung für mehr Energieeffizienz und einen schonenden Umgang mit Ressourcen:
"Wir sind da auch schon ganz gut vor dem Hintergrund unseres Vergleichs mit anderen Industrienationen. Aber wenn man bedenkt, dass durchschnittlich in Deutschland etwa 45 Prozent der Kosten, die im industriellen Prozess anfallen, durch die Materialien anfallen, weniger als 20 Prozent durch die sogenannten Arbeitskosten und circa zwei Prozent durch Energie, dann sieht man schon, bei der Ressourceneffizienz sind die größten Blöcke zu heben."
Hoffnungen ruhen auf Pilotanlage in Dresden
Ziel ist es, Forschung und Wirtschaft eng miteinander zu verzahnen. Mögliche Wechselwirkungen zwischen technologischen Entwicklungen und der Umwelt oder auch Verbraucherinteressen sollen dabei ebenso berücksichtigt werden, wie mögliche Auswirkungen veränderter Arbeitsabläufe auf die Mitarbeiter eines Unternehmens. Deshalb soll im Rahmen der Forschungsagenda auch über Anforderungen an Bildung sowie Aus- und Weiterbildung nachgedacht werden. Als ein konkretes Beispiel für Forschung im Bereich Green Economy nennt Bildungsministerin Wanka ein Projekt in Dresden:
"Wo die erste Anlage jetzt als große Pilotanlage, nicht mehr im Labormaßstab, in Betrieb ist, wo CO2 umgewandelt wird mit Wasser und erneuerbarer Energie in Kraftstoff oder in chemische Grundstoffe. Wenn das klappt, großindustriell, auch preismäßig, dann haben wir richtig was geschafft."
Und Umweltministerin Hendricks ergänzt:
"Also wenn das klappt, dann brauchen wir uns auch niemals mehr Sorgen um den Klimawandel zu machen. Diese Dimension hat das, wenn das klappt."
350 Millionen Euro stellt das Bundesforschungsministerium bis 2018 für Forschung im Bereich nachhaltiges Wirtschaften zur Verfügung.