"Übergewinne"
Greenpeace: Iran-Krieg bringt Ölkonzernen bislang 2,4 Milliarden Euro

Ölkonzerne haben im Mai laut einer Greenpeace-Analyse in Deutschland einen zusätzlichen Gewinn von 702 Millionen Euro gemacht.

    Die Kraftstoffpreise werden auf einer Anzeigetafel an einer Tankstelle um 12:03 Uhr angezeigt.
    Durch den Tankrabatt verzeichnen die Ölkonzerne einen enormen Übergewinn. (Sebastian Kahnert / dpa / Sebastian Kahnert)
    Der durchschnittliche Spritpreis sei zwar nach Einführung des auf zwei Monate bis Ende Juni befristeten Tankrabatts der Bundesregierung gesunken, teilte die Umweltorganisation mit. Dennoch verdiene die Branche weiterhin deutlich mehr als vor Beginn des Iran-Kriegs. Greenpeace spricht in diesem Zusammenhang von "Übergewinnen". Zusammen mit den Monaten März und April addierten sich die zusätzlichen Gewinne am deutschen Tankstellenmarkt auf 2,4 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der Tankrabatt kostet den Steuerzahler etwa 1,6 Milliarden Euro. Greenpeace warf der Bundesregierung eine "kopflose Steuerpolitik" vor. Mit dem Tankrabatt würden Steuermilliarden zugunsten der Ölkonzerne mit der Gießkanne verteilt.
    Zur Berechnung der Übergewinne multiplizierte die Umweltorganisation die gestiegene Preisspanne zwischen Rohöl und steuerfreien Tankstellenpreisen mit den verkauften Kraftstoffmengen.

    Wo fängt Übergewinn an?

    Das Thema Übergewinne ist umstritten. In Deutschland gibt es bislang keine juristische Definition dafür. Kritiker verweisen auf die schwierige Abgrenzung von regulärem unternehmerischem Erfolg und kriegs- oder krisenbedingten Zufallsgewinnen. In Teilen der Politik gibt es seit Längerem Forderungen, solche Zufallsgewinne mit Einführung einer Übergewinnsteuer abzuschöpfen.
    Diese Nachricht wurde am 05.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.