Mit höchster Aufmerksamkeit folgen die 14 Afrikaner den Ausführungen des Juristen und tippen Wissenswertes gleich in ihren Laptop. In ihren Heimatländern: Sambia, Namibia, Botswana, Tansania, Mozambique und Mauritius sind sie schon gestandene Zollexperten. Jetzt lernen sie in Münster internationales Zollverfahrensrecht, Zollpolitik und alles darüber, wie man internationale Warenströme sicher und transparent machen kann.
Kissa Kyejo aus Tanzania:
"Für mich ist das alles hier sehr wichtig weil Deutschland ein hoch entwickeltes Zollsystem hat. Solche Studiengänge gibt es nicht in unseren Ländern. Wir lernen und erfahren hier viel von den Professoren, Experten und Tutoren. Uns stellt man neueste Literatur und Materialien zur Verfügung. Und im Hinblick auf eine entstehende afrikanische Zollunion ist unser Studium hier für unsere Länder von großer Bedeutung."
Der englische Jurist Chris Dallimore, ist als Tutor zuständig für Seminare und Gruppenarbeit. Er hat zum ersten Mal so lange und so intensive Kontakte mit Afrikanern, sagt er. Die 14 Zollbediensteten seien keine Studenten im üblichen Sinne, sondern berufstätige Leute, die etwas von ihrem Job verstünden.
"Ich habe zum Beispiel bemerkt, dass die Afrikaner ein ziemlich hohes Ausbildungsstandart haben. Das hat mich überrascht. Außerdem habe ich gefunden, dass das Hauptproblem Afrikas in die staatliche Organisation liegt und dabei kann unser Kurs eine große Rolle spielen in dem wir Verwaltungstechniken und die Verwaltungsmethoden verbessern können. Das heißt wir bilden die Leute so aus, dass sie die modernsten Managementtechniken erlernen und auch alle notwendigen Informationen und Kenntnisse bezüglich des Zollwesens vermitteln können. So tragen wir zur Modernisierung ihrer Verwaltung erheblich bei."
Deshalb sei dieser neue Studiengang auch kein so genannter aufbauender, sondern ein weiterbildender Masterstudiengang, so Prof. Hand Michael Wolffgang, Initiator dieser neuen Ausbildung:
"Weiterbildende Studiengänge zeichnen sich dadurch aus, dass sie gerade für Praktiker sind. Das heißt man hat ein sehr stark praxisorientierten Studieninhalt in solchen Studiengängen. Das ist eine ganz neue Entwicklung, die wir in Deutschland haben, die sehr stark zusammenhängt mit der Umstellung aller Studiengänge auf Bachelor und Master. Und gerade für die Zollbeamten haben wir jetzt hier in Münster diesen Studiengang deswegen entwickelt, weil wir in Münster ein Zentrum für Zollrecht haben."
Zwei Themenkomplexe stehen für Prof. Wolffgang im Vordergrund: zum einen die Sicherheitsaspekte bei den um die Welt laufenden Warenströmen. Um zu verhindern, dass zum Beispiel Massenvernichtungswaffen oder Drogen in Containern versteckt werden, gibt es neue Container-screening-Methoden. Für diese Probleme müssen die Afrikaner sensibilisiert werden, betont Wolffgang. Zum anderen ist es wichtig aus welchem Land Waren stammen. Dafür gibt es international anerkannte Ursprungsregeln. Wichtig zum Beispiel bei der aktuellen Auseinandersetzung europäischer Länder mit China im Textilbereich, die in der jüngsten Vergangenheit zum Boykott billiger chinesischer Massenwaren geführt haben. Es sei also in unserem europäischen Interesse zu verhindern, dass die Ursprungsregeln hier nicht umgangen werden. Das heißt chinesische Hemden dürfen nicht nach Südafrika exportiert werden um sie so über diesen Umweg als ausgewiesene südafrikanische Hemden auf den europäischen Markt zu bringen ,sagt er.
"Je mehr Kenntnisse bei allen Zollbeamten in der Welt sind, desto besser und sicherer ist die internationale Lieferkette."
Diese akademische Entwicklungshilfe ist nicht nur für Europas Import und Export von großer Wichtigkeit, auch die Afrikanischen Länder haben ihren Nutzen.
"Man muss sich vergegenwärtigen, dass diese Staaten aus denen die Teilnehmer kommen zu einem Großteil auch heute noch für ihr Staatsbudget von Zolleinnahmen abhängig sind. Also es gibt auch dort noch Länder, die bis zu 80 Prozent ihre Staatsbudgets über Zolleinnahmen erzielen. Und dann kann man sich unschwer vorstellen, wenn das nicht richtige organisiert"
und richtig umgesetzt wird und den Standards entspricht, dann kann das für den Staat ganz erhebliche Auswirkungen haben.
Zu Hause in ihren Ländern werden die ersten 14 Stipendiaten dieses neuen Studienganges als Multiplikatoren in Ministerien und in Fachschulen eingesetzt. Aber bis dahin dauert es noch ein paar Monate. Jetzt sind sie erst einmal für acht Wochen in Berlin und werden dann im Sommer 2006 in Pretoria ihr Masterexamen ablegen.
Kissa Kyejo aus Tanzania:
"Für mich ist das alles hier sehr wichtig weil Deutschland ein hoch entwickeltes Zollsystem hat. Solche Studiengänge gibt es nicht in unseren Ländern. Wir lernen und erfahren hier viel von den Professoren, Experten und Tutoren. Uns stellt man neueste Literatur und Materialien zur Verfügung. Und im Hinblick auf eine entstehende afrikanische Zollunion ist unser Studium hier für unsere Länder von großer Bedeutung."
Der englische Jurist Chris Dallimore, ist als Tutor zuständig für Seminare und Gruppenarbeit. Er hat zum ersten Mal so lange und so intensive Kontakte mit Afrikanern, sagt er. Die 14 Zollbediensteten seien keine Studenten im üblichen Sinne, sondern berufstätige Leute, die etwas von ihrem Job verstünden.
"Ich habe zum Beispiel bemerkt, dass die Afrikaner ein ziemlich hohes Ausbildungsstandart haben. Das hat mich überrascht. Außerdem habe ich gefunden, dass das Hauptproblem Afrikas in die staatliche Organisation liegt und dabei kann unser Kurs eine große Rolle spielen in dem wir Verwaltungstechniken und die Verwaltungsmethoden verbessern können. Das heißt wir bilden die Leute so aus, dass sie die modernsten Managementtechniken erlernen und auch alle notwendigen Informationen und Kenntnisse bezüglich des Zollwesens vermitteln können. So tragen wir zur Modernisierung ihrer Verwaltung erheblich bei."
Deshalb sei dieser neue Studiengang auch kein so genannter aufbauender, sondern ein weiterbildender Masterstudiengang, so Prof. Hand Michael Wolffgang, Initiator dieser neuen Ausbildung:
"Weiterbildende Studiengänge zeichnen sich dadurch aus, dass sie gerade für Praktiker sind. Das heißt man hat ein sehr stark praxisorientierten Studieninhalt in solchen Studiengängen. Das ist eine ganz neue Entwicklung, die wir in Deutschland haben, die sehr stark zusammenhängt mit der Umstellung aller Studiengänge auf Bachelor und Master. Und gerade für die Zollbeamten haben wir jetzt hier in Münster diesen Studiengang deswegen entwickelt, weil wir in Münster ein Zentrum für Zollrecht haben."
Zwei Themenkomplexe stehen für Prof. Wolffgang im Vordergrund: zum einen die Sicherheitsaspekte bei den um die Welt laufenden Warenströmen. Um zu verhindern, dass zum Beispiel Massenvernichtungswaffen oder Drogen in Containern versteckt werden, gibt es neue Container-screening-Methoden. Für diese Probleme müssen die Afrikaner sensibilisiert werden, betont Wolffgang. Zum anderen ist es wichtig aus welchem Land Waren stammen. Dafür gibt es international anerkannte Ursprungsregeln. Wichtig zum Beispiel bei der aktuellen Auseinandersetzung europäischer Länder mit China im Textilbereich, die in der jüngsten Vergangenheit zum Boykott billiger chinesischer Massenwaren geführt haben. Es sei also in unserem europäischen Interesse zu verhindern, dass die Ursprungsregeln hier nicht umgangen werden. Das heißt chinesische Hemden dürfen nicht nach Südafrika exportiert werden um sie so über diesen Umweg als ausgewiesene südafrikanische Hemden auf den europäischen Markt zu bringen ,sagt er.
"Je mehr Kenntnisse bei allen Zollbeamten in der Welt sind, desto besser und sicherer ist die internationale Lieferkette."
Diese akademische Entwicklungshilfe ist nicht nur für Europas Import und Export von großer Wichtigkeit, auch die Afrikanischen Länder haben ihren Nutzen.
"Man muss sich vergegenwärtigen, dass diese Staaten aus denen die Teilnehmer kommen zu einem Großteil auch heute noch für ihr Staatsbudget von Zolleinnahmen abhängig sind. Also es gibt auch dort noch Länder, die bis zu 80 Prozent ihre Staatsbudgets über Zolleinnahmen erzielen. Und dann kann man sich unschwer vorstellen, wenn das nicht richtige organisiert"
und richtig umgesetzt wird und den Standards entspricht, dann kann das für den Staat ganz erhebliche Auswirkungen haben.
Zu Hause in ihren Ländern werden die ersten 14 Stipendiaten dieses neuen Studienganges als Multiplikatoren in Ministerien und in Fachschulen eingesetzt. Aber bis dahin dauert es noch ein paar Monate. Jetzt sind sie erst einmal für acht Wochen in Berlin und werden dann im Sommer 2006 in Pretoria ihr Masterexamen ablegen.