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StartseiteCampus & KarriereGrenzüberschreitendes Lehren03.05.2002

Grenzüberschreitendes Lehren

Zweisprachige Grundschulen in Baden-Württemberg

<strong> An 470 Grundschulen in Baden-Württemberg ist es bereits soweit, alle anderen folgen im Herbst: Schon im ersten Schuljahr lernen die Grundschüler hier eine Fremdsprache. Im allgemeinen ist das Englisch, doch in Süd- und Mittelbaden entlang der deutsch-französischen Grenze ist Französisch die Einstiegssprache. Entsprechende zweisprachige Lehrkräfte werden unter anderem an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg ausgebildet. In Zusammenarbeit mit der Universität im elsässischen Mulhouse werden die jungen Leute auf bilingualen Unterricht in Baden-Württemberg und im Elsass vorbereitet. </strong>

Die 23-jährige Cläre Schmid ist erste und bislang einzige, die den grenzüberschreitenden Studiengang in der Mindestzeit absolviert. Hält sie ihr Tempo durch, dann kann sie sich im nächsten Jahr aussuchen, ob sie badische oder elsässische Grundschüler unterrichtet. Die bilinguale Ausbildung ist sehr anspruchsvoll. Bereits vor Studienbeginn muss man einige Bedingungen erfüllen, erzählt die Südbadenerin: "Am Anfang muss man ein schriftliches Bewerbungsschreiben abgegeben mit einem Motivationsbrief. Dann gab es ein Auswahlgespräch mit einer bilingualen Jury. Man muss gute Französischkenntnisse mitbringen, die werden auch in einem schriftlichen Test geprüft." Dieser Test in Französisch, Deutsch und Mathematik ist zugleich der Aufnahmetest für das IUFM, das Institut universitaire de formations de maître in Guebviller - dem französischen Gegenstück zum deutschen Studienseminar, mit dem angehende Lehrer auf den Beruf vorbereitet werden.

Vier Semester hat Cläre Schmid in Freiburg Grund- und Hauptschullehrerin studiert, danach ging es für zwei Semester nach Mulhouse an die Uni. Im Anschluss begann das parallele Referendariat in Lörrach und Guebviller. Weil sie das PH-Studium in der Mindestzeit absolvierte, ist Schmid nun am Lehrerseminar in Guebviller die einzige Deutsche. Der zuständige Studienleiter im IUFM Jaques Müller sucht vor allem offene Persönlichkeiten für den künftigen Beruf: "Leute, denen zwar klar ist, dass Mathematik schwierig ist, die dieses Fach aber trotzdem mit viel Freude rüberbringen können. Wenn man diesen Spaß rüberbringt, kommt das bei den Schülern an und sie machen Fortschritte."

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