
Regierungssprecher Economou sagte, der Mann habe eingeräumt, die Weichen falsch gestellt zu haben. Dem Bahnhofsvorsteher, der zum Zeitpunkt des Unglücks in der Stadt Larisa im Dienst war, werden fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung zur Last gelegt. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Der Regierungssprecher räumte aber auch staatliches Versagen ein. Jahrzehntelange Versäumnisse in der Verwaltung hätten zu Verzögerungen bei der Modernisierung des griechischen Bahnnetzes geführt.
Zahl der Toten steigt auf 46
Die Zahl der Toten durch das Zugunglück stieg inzwischen auf mindestens 46. Wie die Feuerwehr mitteilte, werden noch zahlreiche Menschen vermisst. Die Rettungskräfte suchen weiter nach Überlebenden
Aus Protest gegen den maroden Zustand der griechischen Bahnen sind die Eisenbahner landesweit in einen 24-stündigen Streik getreten. Auch zwei der drei U-Bahnlinien von Athen werden bestreikt, wie Medien berichteten.
Damit protestiere die Belegschaft gegen die chronische Vernachlässigung der Eisenbahnstrecken durch mehrere Regierungen, teilte die griechische Gewerkschaft der Eisenbahner mit. Jahrelange Forderungen nach der Einstellung von Personal, besserer Schulung und dem Einsatz moderner Sicherheitstechnologie seien immer im Papierkorb gelandet.
Die Regierung ordnete wegen des Unglücks eine dreitägige Staatstrauer an. Verkehrsminister Karamanlis kündigte seinen Rücktritt an.
Diese Nachricht wurde am 02.03.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
