Nach Wahlniederlage
Großbritannien: Mehrere Regierungsmitglieder treten zurück - Premierminister Starmer will aber im Amt bleiben

Der britische Premierminister Starmer kämpft nach Verlusten bei den Regionalwahlen um sein politisches Überleben. Heute traten innerhalb weniger Stunden drei Staatssekretärinnen zurück. Sie riefen Starmer auf, einen Zeitplan für seinen Rückzug vorzulegen. Der Premier lehnt einen Rücktritt aber weiter ab.

    Großbritanniens Premierminister Sir Keir Starmer hält eine Rede.
    Großbritanniens Premierminister Sir Keir Starmer (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / James Manning)
    Im Abschiedsbrief von Staatssekretärin Phillips heißt es, sie sehe unter der jetzigen Führung nicht den notwendigen Wandel. Am Nachmittag trat ein weiterer Staatssekretär im Gesundheitsministerium zurück.
    Mehrere Kabinettsmitglieder äußerten dagegen Unterstützung für Starmer. Der britische Verteidigungsminister Healey betonte, eine Instabilität der Regierung liege nicht im nationalen Interesse. Ähnlich äußerte sich Arbeitsminister McFadden. Auch mehr als 100 Abgeordnete stellten sich in einer Erklärung, die britischen Medien vorliegt, hinter Starmer.
    Der Premierminister selbst erklärte nach einer Kabinettssitzung in London, er werde im Amt bleiben. Er räumte zwar die Verantwortung für die Wahlniederlage ein, betonte aber, dass bisher kein offizielles Verfahren für eine Urwahl der Parteispitze eingeleitet worden sei.
    Innerhalb der Labour-Fraktion wächst der Widerstand jedoch massiv. Mehr als 80 der 403 Abgeordneten fordern inzwischen öffentlich den Rücktritt des Premierministers. Medienberichten zufolge sollen auch Innenministerin Mahmood und Außenministerin Cooper den Premierminister zum Rücktritt aufgefordert haben.
    Diese Nachricht wurde am 13.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.