Madrid
Großdemonstration: Zehntausende fordern Rücktritt von Spaniens Ministerpräsident Sanchez

In Madrid haben zehntausende Menschen den Rücktritt des spanischen Ministerpräsidenten Sánchez und vorgezogene Wahlen gefordert. Demonstrierende trugen spanische Flaggen und Transparente mit Aufschriften wie "Rücktritt der sozialistischen Mafia". Hintergrund der Proteste sind Korruptionsvorwürfe, die die linke Regierung belasten.

    Protestteilnehmer in Madrid halten Schilder in die Höhe.
    Protestteilnehmer bei der Großdemonstration in Madrid forderten vorgezogene Parlamentswahlen. (picture alliance / ZUMAPRESS.com / Richard Zubelzu)
    Zu dem Protest aufgerufen hatte ein Bündnis von mehr als 150 Organisationen. Nach ⁠Angaben der Organisatoren beteiligten sich ‌120.000 Menschen, während die Regierung die Zahl auf weniger als die Hälfte schätzte und ein Behördenvertreter von 40.000 Demonstranten sprach. Auch Vertreter der oppositionellen Volkspartei und der ⁠rechtsextremen Partei Vox nahmen an den Protesten teil.

    Korruptionsvorwürfe gegen Vertraute und Familie

    Ministerpräsident Sánchez war 2018 nach einem Misstrauensvotum gegen die von einem Korruptionsskandal erschütterte konservative PP an die Macht gekommen. Nun steht seine Regierung selbst wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck.
    Sein früherer enger Vertrauter und Verkehrsminister Ábalos musste sich in den vergangenen Wochen in einem Prozess verantworten, das Urteil steht noch aus. Auch gegen den früheren sozialistischen Ministerpräsidenten Zapatero wird ermittelt. Ihm wird vorgeworfen, ein Netzwerk zur illegalen Einflussnahme und Geldwäsche angeführt zu haben. ‌Zapatero wies die Vorwürfe zurück. Er gilt als Verbündeter von Sánchez.
    Hinzu kommen Ermittlungen im familiären Umfeld des Ministerpräsidenten. Sánchez' Bruder ist wegen Vorteilsgewährung angeklagt. Gegen Sánchez' Frau Gómez wird wegen Korruptionsverdachts ermittelt. Der Regierungschef weist die Vorwürfe gegen seine Angehörigen als politisch motiviert zurück.
    Diese Nachricht wurde am 24.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.