Donnerstag, 18. August 2022

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Großes Problem der Mega-Konstellationen
Starlink und Co. behindern die Radioastronomie

Auf der Erde befinden sich Teleskope, die die Radiostrahlung aus dem All empfangen, meist in "radioruhigen Zonen". Dort ist die Benutzung von Mobiltelefonen, WLAN und ähnlichem gesetzlich verboten. Doch die Ruhe im Radiobereich erstreckt sich nicht auf den Weltraum.

Von Dirk Lorenzen | 24.01.2021

Es werden immer mehr: Die Starlink-Satelliten in der Erdumlaufbahn (Stand Mitte Januar 2021)
Es werden immer mehr: Die Starlink-Satelliten in der Erdumlaufbahn (Stand Mitte Januar 2021) (Stellarium)
Im Weltraum drohen nun die Megakonstellationen. Viele tausend Satelliten sollen jeden Ort der Erde mit schneller Internetverbindung versorgen – zugleich aber stört ihre Strahlung die Beobachtungen im Radiobereich. Das Team des Großteleskops SKA, das derzeit in Südafrika gebaut wird, hat nun die Folgen von Satellitennetzen wie Starlink untersucht. Die Funkwellen der Satelliten sind so stark, dass sie die meiste Zeit die Empfindlichkeit der geplanten fast zweihundert Radioschüsseln einschränken.
Das Karoo Astronomy Advantage Area soll für wenig Störsignale im Radiobereich sorgen – am Boden klappt das ganz gut, am Himmel weniger
Das Karoo Astronomy Advantage Area soll für wenig Störsignale im Radiobereich sorgen – am Boden klappt das ganz gut, am Himmel weniger (SKA)
Vereinfacht lässt sich sagen, dass SKA bei manchen Frequenzen fast nichts mehr sehen wird. Das ist so, als wenn ein optisches Teleskop kaum noch rotes Licht empfangen könnte. Dann kann es zwar weiterhin das All beobachten, ist aber wissenschaftlich weniger wertvoll. Die Beobachtung komplexer organischer Moleküle im All, die genau in demselben Frequenzbereich wie die Satelliten strahlen, wird so erheblich aufwändiger. Wenn immer mehr Satelliten ins All starten, ist die Erforschung der kosmischen Lebensgrundlagen bald nahezu unmöglich.
Der Schaden ließe sich auf ein Zehntel verringern, wenn die Satelliten ihre Strahlung stets möglichst weit von Radioteleskopen weg richten. Das ist technisch möglich, aber Starlink und Co. sind dazu nicht verpflichtet.