
Der Vorsitzende der Grünen Jugend, Bobga, sagte dem Sender RTL/Ntv, Palmer als dessen – Zitat - ”besserer Kumpel und Trauzeuge” - dürfe in der Regierungsbildung keine Rolle spielen. Özdemir könne nicht alleine regieren, sondern müsse das als Teil der grünen Partei machen. Özdemir hatte sich im Wahlkampf wiederholt mit dem Ex-Grünen-Politiker Palmer gezeigt. Zudem ließen sich Özdemir und seine Partnerin Flavia Zaka im Februar mitten im Wahlkampf von ihm im Tübinger Rathaus trauen.
Palmer ist offen für ein Ministeramt in der neuen Landesregierung von Baden-Württemberg. Wenn ihn der Ministerpräsident des Landes anrufe, habe er die letzten 15 Jahre immer gesagt: "Komm vorbei, lass uns darüber reden", sagte Palmer dem Nachrichtenmagazin Politico. Er sei gerne mit Rat und Tat da, wenn das gewünscht werde. Palmer war nach massiver innerparteilicher Kritik unter anderem wegen Äußerungen über Menschen mit Migrationshintergrund während eines laufenden Parteiausschlussverfahrens bei den Grünen ausgetreten.
Özdemir lässt Spekulationen über Ministeramt für Palmer offen: "Ich bin ihm sehr, sehr dankbar"
Özdemir ließ die Spekulationen über ein Ministeramt für den parteilosen Politiker offen. Auf die Frage, welche landespolitische Rolle Palmer nach der Wahl spielen werde, sagte Özdemir: "Ich bin permanent im Gespräch mit ihm". Selbstverständlich werde Palmer für ihn auch eine wichtige Rolle spielen. Aktuell verteile man aber keine Ämter. Özdemir betonte, er sei seinem früheren Parteifreund "sehr, sehr dankbar." Er habe dazu beigetragen, dass er heute hier sitze. Da gebe es gar kein Vertun. "Jeder, der was anderes sagt, der sollte vielleicht mal die Zahlen studieren".
Weitere Forderungen der Grünen Jugend an Özdemir
Die Grüne Jugend verlangt von Özdemir außerdem, die Ausweitung der Mietpreisbremse sowie die Prüfung eines Verbotsverfahrens gegen die AfD in den Koalitionsvertrag aufzunehmen. Zudem dürfe die künftige Landesregierung im Bundesrat "keine Verschärfungen der Asyl- und Migrationspolitik" mittragen, heißt es in einem Papier, das unter anderem dem "Handelsblatt vorliegt".
Diese Nachricht wurde am 10.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
