Abgesagter Buchhandlungspreis
Grüne und Linke fordern Rücktritt von Weimer - Bundesregierung weist das zurück

Die Bundesregierung hat Rücktrittsforderungen gegen Kulturstaatsminister Weimer zurückgewiesen. Regierungssprecher Meyer sagte in Berlin, Weimer nehme seine Aufgabe mit der vollen Unterstützung des Kabinetts wahr.

    Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) steht auf einer Bühne hinter zwei Mikrofonen.
    Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) (picture alliance / dpa / Georg Wendt)
    Der parteilose Kulturstaatsminister steht derzeit in der Kritik, weil er drei linke Buchläden in Berlin, Göttingen und Bremen von der Nominiertenliste für den Deutschen Buchhandlungspreis strich. Er begründete dies mit - Zitat - "verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen" und argumentierte, der mit Steuergeld finanzierte Preis dürfe nicht an Feinde des Staates gehen. Daraufhin hatte es unter anderem aus Reihen der Grünen und der Linken Rücktrittsforderungen gegeben. Die Anwälte der Buchhandlungen kündigten zudem Klagen gegen den Kulturstaatsminister und das Bundesamt für Verfassungsschutz an.
    Die Preisverleihung hätte eigentlich im Rahmen der Leipziger Buchmesse kommende Woche stattfinden sollen. Dies sagte Weimer jedoch am Dienstag wegen angekündigter Proteste ab.

    Weimer verteidigt sich

    Im Deutschlandfunk verteidigte Weimer seine Entscheidungen. Er betonte, Staatspreise sollten nicht an Extremisten verliehen werden. Dies gelte für Rechts- und Linksextremisten gleichermaßen. Eine Haltung, die hinter dem Spruch "Deutschland verrecke" stecke, könne nicht preiswürdig sein. Weimer bezog sich offenbar auf eine Fassadeninschrift.
    Die Grünen-Politikerin Göring-Eckhardt sprach - ebenfalls im Deutschlandfunk - hingegen von einem "inakzeptablen Vorgang", der den Buchhandlungen und dem gesamten Kulturbetrieb schade. Weimer handle vor dem Hintergrund eines intransparenten Verfahrens.
    Ähnlich äußerte sich der Börsenverein des deutschen Buchhandels.
    Diese Nachricht wurde am 11.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.