Günther: Ja, aber so habe ich das auch nicht gemeint. Ich sagte nur, dass es im Vergleich zu dem, dass jetzt eine Schließung des Schauspiels ins Haus stand, eine gute Lösung ist, und das Rathaus eine gute Arbeit geleistet hat. Also bitter, aber es ist ja schon etwas verkürzt, wie das bei Zeitungsinterviews eben so ist. Es ist sehr bitter; auf die Barrikaden sind wir sehr wohl gegangen. Es geht darum überhaupt eine Überlebenschance in diesen Zeiten für das Theater zu behalten. De facto ist es ja tatsächlich so, dass aufgrund dieses Vorgehens die Stadt sich jetzt dazu bereit erklärt hat, die Gasamtsparsumme bis 2007 von über 20 Millionen Euro auf 10, 5 Millionen Euro zurückzufahren. Das ist schon ein kleiner Sieg, den wir auf der Barrikade erreicht haben.
Schmitz: Dennoch, wie können Sie noch weiter aufrecht arbeiten als Intendant, wenn die Vorgaben der Stadt ein glatter Vertragsbruch sind und Sie den dann doch letztlich so schlucken müssen?
Günther: Ja schlucken tun wir das ja nicht. Es geht hier um einen Kompromiss, der dadurch erhalten worden ist, dass wir tatsächlich eine Absicherung bis 2007 haben, weil das, was ja im HSK (Haushaltssicherungskonzept) vom 7. Oktober beschrieben wurde, dann eine Absenkung in immerhin zwei Jahren um 7,5 Millionen war, was das Aus für das gesamte Haus bedeutet hätte. Im Sinne der Erhaltung des Hauses ist das kein Schlucken, sondern das ist natürlich ein Fortschritt.
Schmitz: Sie haben eine Bedingung gestellt und auch gerade formuliert, dass nämlich, wenn in dem Maße gespart werden muss, wie geplant, andererseits aber auch diese Planungssicherheit bis 2007 bestehen muss, nicht weiter gekürzt wird. Ist aber diese Verbindung überhaupt realistisch angesichts des jüngsten Vertragsbruchs?
Günther: Sehen Sie, die Frage ist natürlich: Kann man in Köln überhaupt noch jemandem ein Wort glauben. Die stellt sich jetzt wirklich angesichts der Ereignisse, die wir in letzter Zeit hatten sehr eklatant. Auf der anderen Seite – was ist die Alternative? Das Haus zuzumachen? Das kann ja wohl kaum sein. Das heißt, dass wir immer wieder hoffen, dass auch die andere Seite aus ihrer Fehlern lernt und zu ihrem Worte steht. Diese Hoffnung sollte man erst zuletzt aufgeben.
Schmitz: Sie wollen sich durch die Sparzwänge auf das Kerngeschäft konzentrieren, so werden Sie heute im Kölner Stadtanzeiger zitiert. Was ist denn das Kerngeschäft?
Günther: Das Kölner Schauspielhaus hat ja eine immense Anzahl von Spielstätten – nämlich schlichtweg vier. Diese Spielstätten zu bedienen, sowohl mit der technischen Decke, als auch mit Schauspielern und mit Produktionen, dazu reicht das in Zukunft ins Auge genommene Budget natürlich nicht aus. Das heißt, wir werden uns in der Hauptsache auf die Hauptbühne, nämlich das Schauspielhaus und auf die eine Nebenbühne, nämlich die Schlosserei konzentrieren.
Schmitz: Gespart werden soll also ab der nächsten Spielzeit, aber Sie werden doch sicherlich schon Verträge mit Schauspielern und Regisseuren für diese Zeit abgeschlossen haben. Müssen Sie denen jetzt absagen? Müssen Sie nicht eine juristische Klagewelle erwarten?
Günther: Da das meistens sehr vernünftige Menschen sind, und da wir nicht das einzige Theater sind, wo das passiert, und da das ja auch Regisseure sind, die noch anderes zu tun haben, erwarte ich jetzt keine Klagewelle. Es wird hier oder da Unstimmigkeiten geben, das ist richtig. Die meisten mit denen ich geredet habe und seit dem 18. Dezember bereits vorgewarnt habe, haben Bedauern, aber Verständnis für die Situation geäußert.
Schmitz: Welche schönen Stücke werden denn dann voraussichtlich nicht zu sehen sein?
Günther: Eines kann ich Ihnen nennen. Wir hatten vor ein großes Spektakel zu machen – nämlich "Carmen" für Schauspieler. Diese Produktion war mit Musikern, Tänzern und so weiter sehr hoch budgetiert. Das hätten wir uns vor dem 18. Dezember noch leisten können, aber nach dem 18. Dezember überhaupt nicht mehr.
Schmitz: Müssen Sie auch Einschränkungen in der Qualität Ihrer Arbeit in Kauf nehmen?
Günther: Durch die Reduzierung auf das Kerngeschäft hoffen wir eben das vermeiden zu können. Eins ist natürlich klar, bestimmte Schauspieler – sagen wir mal Gäste – werden wir uns auch mit diesem Geld dann nicht mehr leisten können.
Schmitz: Dennoch, wie können Sie noch weiter aufrecht arbeiten als Intendant, wenn die Vorgaben der Stadt ein glatter Vertragsbruch sind und Sie den dann doch letztlich so schlucken müssen?
Günther: Ja schlucken tun wir das ja nicht. Es geht hier um einen Kompromiss, der dadurch erhalten worden ist, dass wir tatsächlich eine Absicherung bis 2007 haben, weil das, was ja im HSK (Haushaltssicherungskonzept) vom 7. Oktober beschrieben wurde, dann eine Absenkung in immerhin zwei Jahren um 7,5 Millionen war, was das Aus für das gesamte Haus bedeutet hätte. Im Sinne der Erhaltung des Hauses ist das kein Schlucken, sondern das ist natürlich ein Fortschritt.
Schmitz: Sie haben eine Bedingung gestellt und auch gerade formuliert, dass nämlich, wenn in dem Maße gespart werden muss, wie geplant, andererseits aber auch diese Planungssicherheit bis 2007 bestehen muss, nicht weiter gekürzt wird. Ist aber diese Verbindung überhaupt realistisch angesichts des jüngsten Vertragsbruchs?
Günther: Sehen Sie, die Frage ist natürlich: Kann man in Köln überhaupt noch jemandem ein Wort glauben. Die stellt sich jetzt wirklich angesichts der Ereignisse, die wir in letzter Zeit hatten sehr eklatant. Auf der anderen Seite – was ist die Alternative? Das Haus zuzumachen? Das kann ja wohl kaum sein. Das heißt, dass wir immer wieder hoffen, dass auch die andere Seite aus ihrer Fehlern lernt und zu ihrem Worte steht. Diese Hoffnung sollte man erst zuletzt aufgeben.
Schmitz: Sie wollen sich durch die Sparzwänge auf das Kerngeschäft konzentrieren, so werden Sie heute im Kölner Stadtanzeiger zitiert. Was ist denn das Kerngeschäft?
Günther: Das Kölner Schauspielhaus hat ja eine immense Anzahl von Spielstätten – nämlich schlichtweg vier. Diese Spielstätten zu bedienen, sowohl mit der technischen Decke, als auch mit Schauspielern und mit Produktionen, dazu reicht das in Zukunft ins Auge genommene Budget natürlich nicht aus. Das heißt, wir werden uns in der Hauptsache auf die Hauptbühne, nämlich das Schauspielhaus und auf die eine Nebenbühne, nämlich die Schlosserei konzentrieren.
Schmitz: Gespart werden soll also ab der nächsten Spielzeit, aber Sie werden doch sicherlich schon Verträge mit Schauspielern und Regisseuren für diese Zeit abgeschlossen haben. Müssen Sie denen jetzt absagen? Müssen Sie nicht eine juristische Klagewelle erwarten?
Günther: Da das meistens sehr vernünftige Menschen sind, und da wir nicht das einzige Theater sind, wo das passiert, und da das ja auch Regisseure sind, die noch anderes zu tun haben, erwarte ich jetzt keine Klagewelle. Es wird hier oder da Unstimmigkeiten geben, das ist richtig. Die meisten mit denen ich geredet habe und seit dem 18. Dezember bereits vorgewarnt habe, haben Bedauern, aber Verständnis für die Situation geäußert.
Schmitz: Welche schönen Stücke werden denn dann voraussichtlich nicht zu sehen sein?
Günther: Eines kann ich Ihnen nennen. Wir hatten vor ein großes Spektakel zu machen – nämlich "Carmen" für Schauspieler. Diese Produktion war mit Musikern, Tänzern und so weiter sehr hoch budgetiert. Das hätten wir uns vor dem 18. Dezember noch leisten können, aber nach dem 18. Dezember überhaupt nicht mehr.
Schmitz: Müssen Sie auch Einschränkungen in der Qualität Ihrer Arbeit in Kauf nehmen?
Günther: Durch die Reduzierung auf das Kerngeschäft hoffen wir eben das vermeiden zu können. Eins ist natürlich klar, bestimmte Schauspieler – sagen wir mal Gäste – werden wir uns auch mit diesem Geld dann nicht mehr leisten können.