Parlament
Gysi schlägt neues Debattenformat für den Bundestag vor

Der Linken-Politiker Gysi schlägt ein neues Element für Debatten im Bundestag vor. Gysi sagte dem Deutschlandfunk, er wünsche sich zehnminütige Streitgespräche zwischen je einem Vertreter von Regierung und Opposition. Dabei sollten beide abwechselnd für eine Minute das Wort haben.

    Alterspräsident Gregor Gysi (Die Linke) gestikuliert 2025 bei der konstituierenden Sitzung des neuen Bundestags.
    Gregor Gysi, Abgeordneter der Partei Die Linke, schlägt ein neues Debattenformat im Bundestag vor. (Michael Kappeler/dpa)
    So wären sie gezwungen, auf Argumente und Nachfragen einzugehen. Aus Sicht von Gysi, der die laufende Legislaturperiode als Alterspräsident eröffnet hat, sind die Plenarsitzungen inzwischen mehr Show-Veranstaltungen als Sachdebatten. Social Media habe die Lage hier noch einmal verändert.

    Norbert Lammert: Ordnungsrufe wie "Tapferkeitsmedaillen" angestrebt

    Der frühere Bundestagspräsident Lammert weist auf eine veränderte Kommunikationsstrategie im Parlament hin. Der CDU-Politiker sagte ebenfalls im Deutschlandfunk, in vielen Reden gebe es zwei zentrale Sätze, die erkennbar für die Verwertung als Kurzbotschaft in den Sozialen Medien gedacht seien. Von Ordnungsrufen hält der langjährige Präsident des Bundestags nicht viel. Lammert meinte, diese Sanktion habe kaum Wirkung. In vielen Fällen werde ein Ordnungsruf geradezu wie eine Art Tapferkeitsmedaille angestrebt. Er habe in der Sitzungsleitung vielmehr mit kurzen, kommentierenden Interventionen gearbeitet. Das habe eine direktere und nachhaltigere Wirkung.
    Die ausführlichen Einschätzungenm von Gysi und Lammert hören Sie in der neuen Folge des Deutschlandfunk-Podcasts "Systemfragen".
    Diese Nachricht wurde am 29.08.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.