Nordrhein-Westfalen
Hambacher Forst soll Urwald werden

Der Hambacher Forst, einst Symbol des Widerstands gegen die Braunkohle-Verstromung, soll Urwald werden. Er solle dauerhaft unter Schutz gestellt werden, teilte das nordrhein-westfälische Umweltministerium mit.

    Der Tagebau Hambach schiebt sich an den Hambacher Forst. Der Hambacher Forst zwischen Köln und Aachen gilt als Symbol des Widerstands gegen die Kohle. RWE will für den Braunkohleabbau mehr als 100 der verbliebenen 200 Hektar Wald abholzen.
    Der Hambacher Forst zwischen Köln und Aachen galt als Symbol des Widerstands gegen die Kohle. (picture alliance/Federico Gambarini/dpa)
    Die zuständigen Stellen hätten sich mit dem Eigentümer, dem Energiekonzern RWE, darauf verständigt. Der Wald zwischen Köln und Aachen werde spätestens 2035 in öffentliches Eigentum überführt und als sogenanntes Wildnisentwicklungsgebiet ausgewiesen.
    Ein Wildnisgebiet ist ein Schutzgebiet, in dem sich die Natur ohne menschliche Eingriffe frei entwickeln kann. In solchen Gebieten findet keine forstwirtschaftliche Nutzung statt. Der Wald wird sich selbst überlassen und kann so zu einem Urwald heranwachsen.

    Bundesweites Aufsehen

    Im Hambacher Forst hatten Umweltaktivisten viele Jahre lang gegen die Rodung des Waldes für den Braunkohletagebau gekämpft. Dazu hatten sie seit 2012 Baumhäuser errichtet. In einem der größten Polizeieinsätze der Geschichte Nordrhein-Westfalens wurden die Baumhäuser 2018 mit Verweis auf den Brandschutz geräumt. Kurz nach der Räumung im Herbst 2018 verfügte das Oberverwaltungsgericht Münster einen vorläufigen Rodungsstopp. 
    Diese Nachricht wurde am 09.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.