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Handball-WM
Die Macht der Medien bei den Anwurfzeiten

Die deutschen Handballer treffen im Halbfinale auf Norwegen. Das WM-Spiel beginnt zur besten Sendezeit. Denn die Einschaltquoten lassen sich durchaus mit Fußball-Bundesligaspielen messen. Das weckt Begehrlichkeiten bei den Sendern, die zum Teil die Anwurfzeiten vorgeben.

Von Jonas Panning | 24.01.2019
    Deutsche Spieler feiern mit ihren Fans den Sieg
    Pure Freunde: Die deutschen Spieler feiern mit den Fans den Sieg gegen Spanien (dpa / Revierfoto)
    Am Morgen nach dem letzten Hauptrundenspiel gegen Spanien hatten die Verantwortlichen beim Deutschen Handball-Bund weiter allen Grund zur Freude. Die Mannschaft hat ihr Ziel, das Halbfinale in Hamburg, erreicht. Die Weltmeisterschaft im eigenen Land knackt einen Rekord nach dem nächsten.
    837.000 Zuschauer kamen bislang in die Hallen in Deutschland und Dänemark. Das sind jetzt schon deutlich mehr als bei der WM 2007 in Deutschland, zu der insgesamt 750.000 Handball-Fans kamen. Bei dieser WM stehen mit den beiden Halbfinals und den vier Finalspielen noch sechs Partien aus.
    Gegen Kroatien schauten über zehn Millionen Menschen zu
    Besonders groß ist auch das Interesse der Fernsehzuschauer an den deutschen Handballern. Das Hauptrundenspiel gegen Kroatien letzten Montag verfolgten über zehn Millionen Menschen in Deutschland - so viele wie noch nie vor der K.o.-Runde einer Handball-WM. Gegen Spanien schauten immer noch über neun Millionen zu. Quoten, die sich durchaus mit der Übertragung von Fußball-Bundesligaspielen vergleichen lassen und diese sogar in den Schatten stellen.
    Das Bild zeigt eine Szene aus dem Handball-WM-Spiel Deutschland gegen Spanien. Der deutsche Nationalspieler Hendrik Pekeler wirft den Ball auf das Tor von Spaniens Keeper Rodrigo Corrales.
    Das Spiel gegen Spanien verfolgten über neun Millionen Zuschauern im TV (dpa / Marius Becker)
    Halbfinale in Hamburg ausverkauft
    Wenn die DHB-Auswahl im Halbfinale auf Norwegen trifft, ist die Hamburger Halle mit 12.500 Zuschauern ausverkauft. Doch viele Fans wissen erst seit Mittwochabend, wann die Partie angepfiffen wird. Denn eigentlich hätte Deutschland als Erster seiner Hauptrundengruppe schon um 17.30 Uhr spielen müssen. Doch der internationale Handball-Verband, der übertragende Sender - in diesem Fall die ARD - und der Vermarkter einigten sich darauf, kurzerhand die beiden Halbfinalspiele zu tauschen. Anwurf nun also: halb neun. Der Grund: beste Sendezeit und damit höhere Einschaltquote.
    Das sei, so der Deutsche Handballbund gegenüber dem Dlf, auch bei der Erstellung des WM-Spielplans so angegeben worden: Es könne jederzeit zu Änderungen kommen.
    ZDF zeigt Finale nur mit deutscher Beteiligung
    Das ZDF, das die letzte Partie der deutschen Mannschaft überträgt, sagte dem Deutschlandfunk, dass sich hier an der Anwurfzeit nichts mehr ändern wird: Gewinnt Deutschland das Halbfinale, bleibt es beim Finale am Sonntag um 17.30 Uhr. Ein Spiel um Platz drei würde um 14.30 Uhr angepfiffen. Ein Finale ohne deutsche Beteiligung zeigt das ZDF aber nicht, sondern würde von Eurosport und dem Streamingdienst sportdeutschland.tv übertragen.