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StartseiteSport AktuellDie Einheit und die Fußball-Einheit31.10.2019

Hans-Georg MoldenhauerDie Einheit und die Fußball-Einheit

Hans-Georg Moldenhauer, der letzte Präsident des DDR-Fußball-Verbandes, gehörte zu den Befürwortern eines schnellen Anschlusses an den DFB. Nach der Wende habe er aber vor allem einen Blick für die ehemaligen DDR-Fußballer gehabt. "Die Ausbildung in den DDR-Klubs war schon gut", sagte Moldenhauer 2015.

Anke Schäfer im Gespräch mit Hans-Georg Moldenhauer

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Der ehemalige Sportfunktionär Hans-Geord Moldenhauer. (dpa-Zentralbild)
Der ehemalige Sportfunktionär Hans-Geord Moldenhauer. (dpa-Zentralbild)

Die Weltmeisterschaft 1990 in Italien habe er mit gemischten Gefühlen verfolgt, sagte Hans-Georg Moldenhauer, der zwischen 1994 und 2004 einer der stellvertretenden DFB-Präsidenten und Chef des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes war, in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur. "Auf der einen Seite war da der große Jubel über den WM-Sieg, der uns wie eine große Familie gesehen hat. Auf der anderen Seite war da die schmerzliche Niederlage in Wien und die Trauer, dass wir nicht bei der WM auftreten konnten", sagte Moldenhauer 25 Jahre später über die verpasste WM-Teilnahme der DDR-Mannschaft.

Dossier: 30 Jahre Mauerfall (imago / photothek / Thomas Imox) (imago / photothek / Thomas Imox)

Beckenbauers denkwürdige Rede

Franz Beckenbauer hatte bei seiner Abschlussrede nach dem Titelgewinn 1990 in Rom gesagt, dass eine deutsche Mannschaft, in die jetzt auch die Fußballer aus der DDR integriert werden würden, auf Jahre unschlagbar sei. "Ich saß während Beckenbauers Rede damals neben ihm und habe nur gedacht, mein Gott, wer soll denn jetzt reinkommen in diese Mannschaft, die Weltmeister geworden ist und die so ein tolles Team bildete. Ich hatte natürlich ein Interesse daran, dass auch unsere Spieler wieder international spielen sollten", sagte Moldenhauer.

In den Neunzigern sei er dabei gewesen, als die Nationalmannschaft in den USA und in Mexiko Vorbereitungsturniere bestritten habe, so Moldenhauer. Von den 22 Nationalspielern seien elf aus den ehemaligen DDR-Verbänden dabei gewesen. "Insofern muss die Ausbildung in den DDR-Klubs schon gut gewesen sein", sagte Moldenhauer, der früher als Torwart für den 1. FC Magdeburg in der DDR-Oberliga spielte.

Aus Anlass von 30 Jahren Mauerfall bietet der Deutschlandfunk das Gespräch mit Hans-Georg Moldenhauer vom 08.07.2015 noch einmal zum Anhören an.

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