Dienstag, 07. Dezember 2021

Archiv

Hans-Joachim Hespos"Die Musik wird von den Musikern so langsam verlassen"

In der Musik sei heute vom avantgardistischen Geist der 68er-Jahre nichts mehr übrig, sagte der Komponist Hans-Joachim Hespos im Dlf. Die Musik interessiere gar nicht mehr, andere Dinge wie Geld und Erfolg rückten in den Fokus. "Das ist äußerst schade", so der Querdenker Hespos.

Hans-Joachim Hespos im Gespräch mit Christoph Vratz | 09.04.2018

Hans-Joachim Hespos während eines Podiumsgesprächs an der Folkwang Universität der Künste (8. Juni 2010)
Malerei sei nach wie vor seine geistige Nahrung, so Hespos im Dlf (Stefan Drees)
Mit der frühen Komposition "Break" für einen Pianisten und eine Orchestergruppe aus dem Jahr 1968 habe es einen ersten handfesten Skandal gegeben, erklärte Hespos. "Das mit Hespos und dem Skandal hat sich eine ganze Zeit lang fortgesetzt. Zehn Jahre war Hespos im Grunde ein Schimpfwort in der Neuen-Musik-Szene, weil er Schwierigkeiten machte", erzählt der Komponist über sich selbst. "Es gibt allerlei Ungewöhnlichkeiten, wenn man sich auf Hespos einlässt - und das ist bis heute geblieben."
Der deutsche Komponist betonte im Gespräch, dass er Autodidakt sei. Er habe weniger von Musikern gelernt, aber durch die Malerei. "Das ist nach wie vor meine geistige Nahrung", so Hespos im Dlf.
Am 14. April in der in der Kunst-Station Stankt Peter Köln findet anlässlich Hespos' 80. Geburtstag ein Konzert im Rahmen des Forum neuer Musik 2018 statt.

Mehr Informationen zum Konzert und dem Festival unter www.deutschlandfunk.de/forumneuermusik