Hass im Internet
"Hate Aid" wehrt sich gegen US-Vorwürfe: Man werde sich von Washington nicht einschüchtern lassen

Die Geschäftsführerinnen der gegen Hass im Internet eintretenden deutschen Beratungsstelle "Hate Aid" wehren sich gegen die US-Vorwürfe.

    Josephine Ballon und Anna-Lena von Hodenberg stehen nebeneinander und schauen in Richtung der Kamera.
    Die beiden HateAid-Geschäftsführerinnen sind von dem US-Einreiseverbot betroffen. (Sven Serkis / HateAid / dpa)
    Die Einreisesperre zeige, dass Hate Aid mit seiner Arbeit einen Nerv getroffen habe, sagte Geschäftsführerin von Hodenberg dem Spiegel. Es gehe hier um mächtige ökonomische Interessen von Plattformen, denen die EU-Gesetzgebung viel Geld koste. Zudem habe man es mit einer US-Regierung zu tun, die auf das Internet angewiesen sei, um politische Gegner einzuschüchtern. Mit-Geschäftsführerin Ballon betonte, man lasse sich aber nicht einschüchtern. Zugleich befürchte sie, dass weitere Organisationen mit entsprechenden US-Reaktionen rechnen müssten.
    Die Trump-Regierung hatte Einreiseverbote gegen die beiden und drei andere Europäer verhängt, wegen angeblicher Zensur der US-Plattformen. Die Entscheidung Washingtons stieß in Deutschland und Europa auf heftige Kritik. Der CDU-Außenpolitiker Kiesewetter forderte die Einbestellung des Botschafters. Auch Bundestags-Vizepräsident Nouripour, Grüne, hatte dies verlangt. HateAid bietet psychologische und rechtliche Unterstützung für Menschen an, die im Internet diskriminiert, beleidigt, bedroht oder angegriffen werden.
    Diese Nachricht wurde am 25.12.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.