Donnerstag, 08. Dezember 2022

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Heike Makatsch beim Max-Ophüls-Preis
Kein konventioneller Weg zum Schauspiel

Heike Makatsch hat viele Film- und Fernsehrollen gespielt, sich am Theater versucht und auch keine Scheu vor Gesangseinlagen. Das Max-Ophüls-Preis ehrt sie mit einem Tribute. Sie hat fast alles erreicht, aber "ich freue mich, wenn bald die erste Serie auf meinem Tisch liegt", sagte sie im Dlf.

Heike Makatsch im Corsogespräch mit Susanne Luerweg | 20.01.2020

Heike Makatsch sieht sich eine Skulptur an
Heike Makatsch arbeitet viel, genießt aber auch die Pausen (Zentralbild /dpa, Jens Kalaene)
Sie spielte Hildegard Knef, Margarethe Steiff und Tante Polly in Tom Sawyers Huckleberry Finn - aber sie verkörpert nicht nur bekannte Frauenfiguren, sondern sie agiert auch als "Tatort"-Kommissarin, als anbetungswürdige Sekretärin und in ihrem letzten Kinofilm spielte sie eine Journalistin. Sie stand auf der Theaterbühne, hat ein Buch geschrieben und Platten aufgenommen. Heike Makatsch kann schon jetzt mit Ende 40 auf eine große Karriere zurückblicken.
Von der VJane zur Schauspielerin
Angefangen hat sie als VJane beim deutschen Musiksender Viva, doch schnell entdeckte sie das Kino, Detlef Buck gab ihr in Männerpension eine erste Rolle und seitdem, so der Eindruck, ging es immer weiter steil bergauf. Sie hat zahlreiche Preise gewonnen und nun ehrt sie auch das "Filmfestival Max Ophüls Preis" mit einer Sonderreihe, einem Tribute, wie es so hübsch neudeutsch heißt - vier Filme mit Heike Makatsch werden gezeigt: "Männerpension", "Hilde", "Fremde Tochter" und "Ich war noch niemals in New York". Die Filme habe die 48-Jährige mitausgewählt und jeder sei auf eine besondere Weise wichtig, sagte sie im Dlf-Gespräch.
Heike Makatsch hat nie eine klassische Schauspielausbildung genossen und glaubt auch, "dass es keinen konventionellen Weg zur Schauspielerei gibt". Manche Fähigkeiten könne man schlicht nicht am Reißbrett entwickeln. Neben dem Film hat sie auch Theater gespielt, unter anderem mit Sebastian Hartmann am Centraltheater in Leipzig. "Theater und Film sind für mich zwei verschiedene Sachen, die Arbeit vor der Kamera kann ich durchdringen, weiß, welche Temperatur ich anschlagen muss, da fühle ich mich, als würde ich auf einem Instrument spielen. Die Bühne fühlte sich anders an, deswegen fand es keine Fortsetzung."
Wir haben noch länger mit Heike Makatsch gesprochen - hören Sie hier die Langfassung des Corsogesprächs
Heike Makatsch plädiert auch für mehr Frauen auf den Regiestühlen und glaubt, dass dadurch das Arbeitsklima positiv beeinflusst würde. "Frauen haben einen weiblichen Blick, das ist gut." Obwohl sie schon fast alles gemacht hat, ist sie bislang noch in keiner Serie zu sehen. Warum das so ist, hat sie sich auch schon gefragt, und: "Ich freue mich, wenn die erste Serie demnächst bei mir landet."
Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.