Eugène Delporte vor 140 Jahren geborenHerr Delporte und die Sternbilder mit Ecken und Kanten

Vor 140 Jahren kam in Genappe in Belgien Eugène Delporte zur Welt. Als Astronom beschäftigte er sich zunächst vor allem mit der Erstellung von Sternkatalogen und der Beobachtung von Kleinplaneten.

Von Dirk Lorenzen | 10.01.2022

Die Figuren des abendlichen Sternenhimmels mit gelb markierten Grenzen der Sternbilder – festgelegt von Eugène Delporte
Die Figuren des abendlichen Sternenhimmels mit gelb markierten Grenzen der Sternbilder – festgelegt von Eugène Delporte (Stellarium)
66 dieser Objekte hat er selbst entdeckt – darunter Amor und Adonis sowie Delportia, den Asteroiden, den er nach sich selbst benannt hat.
1925 bekam Eugène Delporte von der Internationalen Astronomischen Union den Auftrag, der ihn unsterblich macht: Er sollte die drei Jahre zuvor festgelegten 88 Sternbilder durch klare Randlinien begrenzen.
Bis dahin hatte sich die Fachwelt vor allem an den gebogenen Linien orientiert, die Johann Elert Bode und Benjamin Gould im 19. Jahrhundert in ihre berühmten Sternatlanten eingezeichnet hatten – allerdings wurden die Grenzen der Himmelsfiguren immer etwas unterschiedlich dargestellt.
Eugène Delporte orientierte sich an diesen historischen Vorbildern, wobei er die Grenzen allein entlang der himmlischen Längen- und Breitengrade verlaufen ließ. Die Sternbilder haben somit eckige Grenzen, wie manche Länder in Afrika oder einige US-Bundesstaaten.
Das Sternbild Drache bekam eine Umrandung mit 50 Ecken. Dagegen reichte beim Großen Hund ein schlichtes Viereck.
Seit 1928 legen die Sternbildgrenzen verbindlich fest, zu welcher Figur ein Himmelsobjekt gehört.
Eugène Delporte ist 1955 im Alter von 73 Jahren gestorben. Seine Sternbildgrenzen gibt es noch immer.

Leben und Werk von Eugène Delporte
Die 88 Sternbilder der Internationalen Astronomischen Union