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StartseiteTag für TagVerschärfung des geltenden Rechts oder Liberalisierung?03.11.2015

Hilfe zur SelbsttötungVerschärfung des geltenden Rechts oder Liberalisierung?

In dieser Woche geht es im Bundestag ums Sterben: Soll es Vereinen oder Ärzten erlaubt sein, todkranken Menschen ein Medikament zu verabreichen, das das Leiden beendet? Professor Peter Dabrock, evangelischer Theologe und Ethiker, unterstützt die Position von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Dabrock ist stellvertretender Vorsitzender im Deutschen Ethikrat. Wie verlaufen die ethischen Fronten bei der Hilfe zur Selbsttötung? Gehört mein Tod mir?

Peter Dabrock im Gespräch mit Monika Dittrich

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (l, CDU) spricht im März 2015 auf einer Veranstaltung über Sterbehilfe und Palliativmedizin mit dem Ethik-Professor Peter Dabrock. (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi )
Ethik-Professor Peter Dabrock unterstützt die Position von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi )
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Hilfe zur Selbsttötung Ist es klug, dass der Staat schweigt?

Wie soll ein Menschenleben zu Ende gehen und was ist ein guter Tod? Um diese Fragen geht es im Bundestag. Am Donnerstag entscheiden die Abgeordneten über ein Gesetz zum Ausbau von Hospizen und Palliativmedizin. Es kann wohl kaum jemand dagegen sein, die Versorgung am Lebensende zu verbessern, Schmerzen zu lindern und die Patienten in ihrem Sterben zu begleiten. Und es gehört zu den Allgemeinplätzen, dass die Palliativversorgung in Deutschland, vor allem im ländlichen Raum, verbesserungswürdig ist. Mit dem Gesetz will Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe von der CDU die Palliativmedizin und Hospize finanziell stärker fördern:

"Weil das sicher neben den unerträglichen Schmerzen die andere große Angst ist: bin ich einsam in dieser Lebenssituation? Und so wie die Palliativmedizin es ermöglicht, Schmerzen zu lindern oder gar weitgehend erfolgreich zu bekämpfen, so ist eben aus der Hospizbewegung und hospizlicher Kultur auch zu lernen, dass wir Menschen auch die Angst vor Einsamkeit nehmen können, wenn wir uns vornehmen, sie gut und klug zu begleiten."

Eine viel schwierigere und umstrittenere Abstimmung steht den Parlamentariern aber erst am Freitag bevor. Denn nämlich geht es um die aktive Sterbehilfe, also die Tötung auf Verlangen, den assistierten Suizid. Sollte es Ärzten, Vereinen oder Organisationen geschäftsmäßig erlaubt werden, sterbenskranken Menschen ein todbringendes Medikament zu verabreichen? Vier verschiedene Gesetzesentwürfe liegen vor: von einer Verschärfung des bereits heute geltenden Rechts bis hin zu einer Liberalisierung, die es Vereinen erlauben würde, den assistierten Suizid anzubieten. Darum geht es im Gespräch mit Peter Dabrock, Professor für Systematische Theologie mit dem Schwerpunkt Ethik an der Universität Erlangen-Nürnberg und stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Ethikrates.

Das Gespräch mit Peter Dabrock können Sie mindestens fünf Monate lang in unserem Audio-Angebot nachhören.

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