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Himmel voller Geigen...

Astronomie. - Heute geht in Berlin ein vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie organisiertes internationales Symposium zu Ende, auf dem gut 150 Experten über künftige Großteleskope diskutiert haben. Die hochkarätig besetzte Veranstaltung stand unter dem Motto "Die kosmischen Grenzen erkunden - Astrophysikalische Instrumente für das 21. Jahrhundert".

    Derzeitige optische Teleskope haben einen Durchmesser von acht bis zehn Meter. Die zukünftigen Spitzeninstrumente sollen ein Mehrfaches größer sein. Rolf Kudritzki, aus Berlin stammender Direktor des Instituts für Astronomie der Universität von Hawaii: "Das 30-Meter-Teleskop, das demnächst in den Vereinigten Staaten gebaut werden soll, ist sehr konkret. Da gibt es Ingenieurstudien, die auch schon getestet worden sind." Auch die Finanzierung soll bald stehen. In knapp zehn Jahren, so die Planung der Astronomen, soll das Teleskop dann zum ersten Mal ins All blicken, der Standort steht allerdings noch nicht fest. Der Spiegel besteht aus gut 1000 Segmenten von je etwa einem Meter Größe. Alle Segmente werden durch eine komplexe Technik präzise ausgerichtet, die jedes Segment einzeln steuert. Das ist heutzutage technischer Standard, allerdings gibt es zwischen einem 10- und einem 30-Meter-Teleskop doch gewisse Unterschiede. Kudritzki: "Es klingt so einfach: Vorher baute man 10-Meter-Teleskope, jetzt baut man 30-Meter-Teleskope. Aber das ist ein gigantischer technologischer Schritt. Insbesondere die neue Technik der adaptiven Optik, wo man das Blinzeln des Sternlichts herausnehmen will, um ganz besonders scharfe Bilder zu kriegen - so etwas für ein 30-Meter-Teleskop zu machen zu machen, ist eine ungeheure Herausforderung." Damit könnten die Astronomen außerordentlich weit ins All sehen. Möglicherweise könnte man dann auch Planeten außerhalb unseres Sonnensystems direkt erkennen und nicht aufgrund ihres Einflusses auf ihren Stern. Ein weiteres Forschungsobjekt wäre der Anfang unseres Weltalls, denn je weiter man sehen kann, desto weiter blickt man auch in die Vergangenheit. Kudritzki: "Man wird grundlegende Untersuchungen über die Entwicklung von Galaxien und Galaxienhaufen im Universum machen können. Es gibt gute Theorien, die beschreiben, wie das vor sich gehen müsste, aber bis heute ist das nicht beobachtet worden." Die Astronomen sehen spannende Zeiten für ihre Disziplin anbrechen – vorausgesetzt, dass sie das Geld dazu bekommen.

    [Quelle: Dirk Lorenzen]