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StartseiteKultur heuteDigital wie die Realität28.09.2020

Hito-Steyerl-Ausstellung in DüsseldorfDigital wie die Realität

Die Künstlerin Hito Steyerl setzt sich kritisch mit Datenerfassung und dem Einsatz von künstlicher Intelligenz auseinander. Für die Ausstellung "I Will Survive" in Düsseldorf hat sie eine neue multimediale Installation entwickelt. Eine Auseinandersetzung mit Corona und den Problemen der digitalen Welt.

Georg Imdahl im Gespräch mit Stefan Koldehoff

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Hito Steyerl, How Not to Be Seen: A Fucking Didactic Educational, 2013; HD video, single screen in architectural environment; 15 minutes, 52 seconds (Image courtesy of the Artist, Andrew Kreps Gallery, NYC and Esther Schipper, Berlin #HitoSteyerl #K21)
Wie kann man sich in der heutigen digitalen Welt unsichtbar machen? In ihrer Satire "How Not to Be Seen" spielt Hito Steyerl Strategien durch (Image courtesy of the Artist, Andrew Kreps Gallery, NYC and Esther Schipper, Berlin #HitoSteyerl #K21)
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"Die Werke von Hito Steyerl sind eben genau so digital verfasst wie die Realität heute digital verfasst ist", sagt Kunstkritiker Georg Imdahl. Deshalb arbeite sie nicht mit Pinsel und Leinwand, sondern im Team mit Programmiererinnen, Designern und IT-Spezialisten.

Digitale Wunderkammer

Zwanzig Werke aus zwanzig Jahren werden in der Düsseldorfer Ausstellung gezeigt - von Steyerls frühen Filmen aus den 1990er Jahren bis hin zu oppulenten, computeranimierten und saalfüllenden Bildern von heute. Die umfassende Schau könne man erst einmal als eine Art Gesamtkunstwerk auf sich wirken lassen, so Imdahl, als eine Art "digitale Wunderkammer mit unterschiedlichen Sounds" und mit "visuellen Impulsen en masse".

Die Macht der Algorithmen

Hito Steyerl beschäftigt sich zum Beispiel mit der Frage, wie man sich der Sichtbarkeit im Internet entziehen kann. In ihrer neuen, für die Ausstellung entworfenen Arbeit  "SocialSim" gibt es Bezüge zur Corona-Pandemie: Tanzende Avatare infizieren sich gegenseitig, "aber sie stecken sich eben nicht mit dem COVID-19-Virus an, sondern mit sozialen Fehlentwicklungen dieser Tage", erklärt Georg Imdahl. "Es entsteht ein digitaler Totentanz, in dem Algorithmen die Realität und den ganzen Wahnwitz unseres heutigen Lebens steuern." Aber das sei nur ein Erzählstrang dieser Arbeit.

Hito Steyerl gehört zu den international einflussreichsten Medienkünstlerinnen. Mit der Ausstellung "Hito Steyerl. I Will Survive" ist erstmals ein großer Überblick über ihr Werk in einem Museum in Deutschland zu sehen.

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