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Hockey-Vizepräsident Laschet"Ich werde nicht wieder kandidieren"

Zu viel Macht für Einzelpersonen und schlechte Strukturen prangerten vier ehemalige Hockey-Bundestrainer im deutschen Verband an. Kritik gab es in ihrem offenen Brief auch an Vizepräsident Remo Laschet. Der verteidigt sich und reagiert im Dlf mit seiner Rückzugsankündigung.

Remo Laschet im Gespräch mit Marina Schweizer | 24.02.2019

Remo Laschet, Vizepräsident des Deutschen Hockey-Bundes
Remo Laschet, Vizepräsident des Deutschen Hockey-Bundes (Laschet)
Vizepräsident Remo Laschet zieht Konsequenzen aus Querelen im Deutschen Hockey-Bund: "Um den Eindruck zu vermeiden, dass es hier um meine Person geht oder um irgendwelche Verquickungen, werde ich auf dem Bundestag als Vizepräsident nicht wieder kandidieren."
Zu viel Macht habe er nicht gehabt. "Eine Macht im Sinne eines Durchgriffes auf Einzelfragen gibt es bei keinem Präsidiumsmitglied, nicht einmal beim Präsidenten".
Seit einiger Zeit rumort es gewaltig im Hockey-Verband, der sonst durch seine vielfachen Olympia und WM Erfolge von sich reden machte. Mitte der Woche ein offener Brief von vier ehemaligen Bundestrainern unter anderem in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sie prangern zu viel Macht bei zu wenigen Personen an. Und fordern eine völlig neue Führungsstruktur.
"Veränderungsbedarf auf allen Ebenen"
Grundsätzlich sieht Laschet das ähnlich: "Es gibt auf allen Ebenen einen ganz großen Bedarf an strukturellen Veränderungen." Der Vizepräsident sagt, es gebe zu viele Aufgaben für zu wenige Leute. Vor allem deshalb, weil der Verband zu wenig Geld für Hauptamtliche habe.
Bei der Vergabe der Vermarktung des Hockey-Bundes an eine Gesellschaft, sagt Laschet, er sei weder operativ noch als Gesellschafter beteiligt. Eine Verquickung gebe es nicht. Laschet räumt allerdings ein, dass er nicht erkannt habe, angreifbar zu werdem, weil die Gesellschaft von einem Anwalt geleitet wird, der in Laschets Büro arbeitet. "Es war nicht besonders feinfühlig, das so zu machen", gibt Laschet zu, "das habe ich schlicht und ergreifend auch unterschätzt."
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