
Das sind schon jetzt mehr als im gesamten Vorjahr. Besonders betroffen sind junge Menschen: 69 Prozent der Infizierten sind Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre, ein Fünftel ist jünger als fünf Jahre. Von den Kleinkindern mussten der CDC zufolge zehn Prozent im Krankenhaus behandelt werden, bei den älteren Kindern und Jugendlichen waren es drei Prozent.
Experten führen den Anstieg auf sinkende Impfquoten zurück. Die durchschnittliche Abdeckung bei Kindergartenkindern sank im vergangenen Jahr und liegt mit 92,5 Prozent unter der für die sogenannte Herdenimmunität erforderlichen Schwelle von 95 Prozent. In 16 Bundesstaaten fiel die Quote auf weniger als 90 Prozent.
Fachleute machen für die Entwicklung vor allem die Impfskepsis von US-Gesundheitsminister Kennedy verantwortlich. Dieser hatte wiederholt die wissenschaftlich widerlegte Behauptung verbreitet, Masern-Impfstoffe stünden in Verbindung mit Autismus. Im vergangenen Juni entließ er alle Mitglieder des CDC-Expertenbeirats für Impfungen.
Vereinigung der Kinderärzte spricht von "vermeidbarer Krise"
Der Präsident der "American Academy of Pediatrics", Racine, sagte, man erlebe eine "vermeidbare Krise": "Seit Anfang vergangenen Jahres haben führende Politiker auf Bundesebene Masern als harmlos und unvermeidbar abgetan und irreführende Informationen über den MMR-Impfstoff verbreitet", sagte Andrew Racine, Präsident der US-Kinderärztevereinigung American Academy of Pediatrics. "Wir erleben eine vermeidbare Krise, die unverhältnismäßig stark Kinder trifft."
Diese Nachricht wurde am 25.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
