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StartseiteHintergrundHoffnung in der Agonie20.10.2008

Hoffnung in der Agonie

Hunger und Wiederaufbauträume in Simbabwe

Der Führer Simbabwes, der in diesen Wochen erstmals die Macht teilen muss, heißt seit 28 Jahren Robert Mugabe. 1980 übernahmen er und seine Partei Zanu-PF eine Kornkammer Afrikas, ein Eldorado des Platin-, Gold- und Diamantenbergbaus; ein Paradies für Touristen. Heute liegt das Paradies im Koma, zerstört von seinem Führer.

Von Thomas Kruchem

Simbabwes Präsident Robert Mugabe und  Oppositionsführer Morgan Tsvangirai: Rettung für Simbabwe? (AP)
Simbabwes Präsident Robert Mugabe und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai: Rettung für Simbabwe? (AP)
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Das Bezirkskrankenhaus von Tsholotsho im Norden des simbabwischen Matabelelandes ist ein Ensemble aus hell gestrichenen Pavillons, gebaut in den 90er Jahren. Erst beim Betreten des Krankenhauses sieht der Besucher die Wracks zweier Krankenwagen, zerbrochene Fensterscheiben, die Leere hinter den Fassaden.

Vor der Küche Stapel leerer Töpfe; Waschbottiche rosten vor sich hin. In drei Sälen liegen - auf nackten Matratzen - nur einige wenige Patienten: leise stöhnende, bis auf die Knochen abgemagerte Männer, den Tod vor Augen; apathisch wirkende Kinder, deren Mütter, am Boden sitzend, Maisbrei und Kohl zubereiten.

Keine Krankenschwester ist zu sehen; der einzige Arzt, Bikita Solomon, hat erst vor einem Jahr sein Studium beendet. Der 27 Jährige wirkt ängstlich.

"Es fehlt uns an Medikamenten - insbesondere für unsere HIV-infizierten Patienten. Sehr oft haben wir auch keinen Strom und fast nie Nahrungsmittel für die Kranken."

Er könne nicht operieren, weil er keine Anästhetika habe, sagt der junge Arzt achselzuckend. "In ganz Matabeleland gebe es nicht eine funktionierende Dialyseanlage. Sie hätten nicht einmal Wasser."

"Wir haben Wasserleitungen, aber, wie gesagt, selten Strom für die Pumpen. Dann sind wir auf Wasser aus unseren Tanks angewiesen, das aber nur für kurze Zeit reicht."

"Hisst die Flagge Simbabwes", heißt es in der Hymne des Landes, und: "Mögen unsere Führer Vorbilder sein." Der Führer Simbabwes, der in diesen Wochen erstmals die Macht teilen muss, heißt seit 28 Jahren Robert Mugabe. 1980 übernahmen er und seine Partei Zanu-PF eine Kornkammer Afrikas, ein Eldorado des Platin-, Gold- und Diamantenbergbaus; ein Paradies für Touristen.

Heute liegt das Paradies im Koma, zerstört von seinem Führer: Mit der Enteignung fast aller weißen Farmer ab 1999 entzog Mugabe Simbabwe die wichtigste Nahrungs- und Devisenquelle; mit der Verpulverung der Staatseinnahmen für Rüstung und Korruption schürte er die Inflation; mit brutalen Übergriffen in allen Lebensbereichen jagte er drei Millionen Simbabwer ins Ausland - unter ihnen fast alle Ärzte, Lehrer und Ingenieure.

Mittlerweile schrumpft die Wirtschaft im neunten Jahr hintereinander; 85 Prozent der Bevölkerung haben keine Arbeit; Schulen wie Gesundheitsstationen haben den Betrieb de facto eingestellt - desgleichen fast alle Geschäfte: Bei einer Hyperinflation von drei Milliarden Prozent und zugleich rabiaten Preis- und Devisenkontrollen ist Handel kaum noch möglich; man tauscht lieber wie in der Steinzeit.

Die meisten Simbabwer überleben noch, weil Verwandte Geld aus dem Ausland schicken; fünf Millionen hängen am Tropf internationaler Nothilfe; und da jetzt, zu Beginn der Agrarsaison, weder Saatgut noch Dünger verfügbar sind, werden es 2009 acht Millionen sein.

Unbeschreibliches Elend, in dessen Schatten die Zanu-PF-Elite sagenhaften Reichtum angehäuft hat. In der Innenstadt Harares, wo Tausende vor Banken Schlange stehen, lassen Hummer-Geländewagen der durch Korruption reich gewordenen ihre Lichthupe aufblitzen; in den Hügeln des Stadtteils Borrowdale-Brooke erheben sich hinter sieben, acht Meter hohen Mauern Schlösser, die jeden deutschen Banker erblassen lassen.

Rund 30 Prozent von jedem ins Land kommenden Dollar, so schätzen Fachleute, hat die Partei-Elite abgeschöpft; ein Drittel des simbabwischen Brutto-Sozialprodukts wanderte auf ihre Konten. Im September flog Präsident Mugabe mit 53 Begleitern einmal mehr nach New York, um vor der UN-Vollversammlung die Industrienationen des Westens abzukanzeln. Geschätzte Kosten: zwei Millionen Dollar.

Totentanz eines implodierenden Regimes. Zwischen März und Juni dieses Jahres ließ Mugabe in gewohnter Manier über hundert Oppositionelle umbringen und Tausende verprügeln - um sich im zweiten Gang einer manipulierten Wahl erneut zum Präsidenten wählen zu lassen. Dann jedoch erkannten nicht einmal die Staaten der "Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft" SADC den selbst ernannten Präsidenten an; der freie Fall der Wirtschaft beschleunigte sich noch und Mugabe musste, um nicht von der eigenen Partei aus dem Amt gefegt zu werden, ein Koalitionsabkommen schließen mit seinem schärfsten Widersacher - mit Morgan Tsvangirai, dem Chef der "Bewegung für demokratischen Wandel, MDC.

Ein höchst fragiles Abkommen, angesichts dessen mehrere um ihre Pfründe fürchtende Generäle beinahe geputscht hätten; ein Abkommen auch, in dessen Kontext Innenminister Emerson Mnangagwa derart mit Mugabe aneinander geriet, dass er von dessen Leibwache krankenhausreif geschlagen wurde.

Das Regime wankt. Das spüren seine Opfer. Nun fassen sie neuen Mut und melden sich zu Wort.

Im Nebenraum einer protestantischen Kirche in Harare warten nach dem Gottesdienst ein junger Mann, der die Narbe eines Axthiebs im Gesicht trägt; eine Frau, der die Fußsohlen verbrannt wurden, und Memory Shiri, Mitarbeiterin der renommierten Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" in Epworth, Harare. Memorys Fall zeigt, wie leicht auch internationale Hilfsorganisationen in den Strudel politischer Gewalt in Simbabwe geraten können.

"Am 11. Juni kamen Mitglieder der ZANU-PF-Jugend zu meiner Arbeitsstelle und zwangen mich, mit ihnen zu ihrem Camp zu fahren, wo sie mich dreimal vergewaltigten und drei Tage lang festhielten. Anschließend plünderten und zerstörten sie meine Hütte. Als sie mich dann frei ließen, ging ich zum "Harvest House", der Zentrale des MDC. Helfer einer christlichen Organisation brachten mich von dort in ein Frauenhaus nach Newlands. Als ich später zu meiner Arbeitsstelle bei "Ärzte ohne Grenzen" zurück kam, hörte ich, dass ich meinen Job verloren hatte - wahrscheinlich, weil einige der Männer, die mich vergewaltigt hatten, meine Kollegen waren."

Die deutsche Sektion der "Ärzte ohne Grenzen" reagierte schockiert auf den Bericht des Autors über diese Vorgänge in einer Gesundheitsstation, wo die Organisation mit der simbabwischen Gesundheitsbehörde HIV-Opfer betreut. Die "Ärzte ohne Grenzen" betonen, dass keiner ihrer Mitarbeiter Memory Shiri vergewaltigte; beteiligt war vermutlich ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde.

Die "Ärzte ohne Grenzen" teilen weiter mit, Memory Shiri sei nicht entlassen, sondern, als Angehörige der politischen Opposition, aus Sicherheitsgründen lediglich vorübergehend freigestellt worden - ohne finanzielle Einbußen. Dem gegenüber steht die Aussage Memorys, die sich zitternd und mit eitrig verquollenen Augen an einer Stuhllehne festhält.

"Jetzt weiß ich nicht, wie ich meine drei Kinder noch ernähren soll. Die gehen auch nicht mehr zur Schule. - Weil ich auch HIV-positiv bin, müsste ich eigentlich bei der Gesundheitsstation an meinem Arbeitsplatz regelmäßig Tabletten abholen. Sobald ich aber dorthin komme, rufe meine Kollegen: "Du gehörst zum MDC. Hau bloß ab." Deshalb hole ich jetzt keine Tabletten mehr. Und es geht mir inzwischen sehr schlecht."

Das deutsche Büro der "Ärzte ohne Grenzen" erklärt, nach den Unterlagen der Gesundheitsstation in Epworth habe Memory Shiri regelmäßig ihre Tabletten bekommen; die junge Frau dürfe zudem, sobald es ihre Gesundheit erlaube, wieder für die Organisation arbeiten. - Das könnte jedoch dauern, denn kurz nach dem Gespräch kollabierte die junge Frau und musste erneut ärztlich versorgt werden.

An einem Samstagmorgen fährt der Besucher von Harare aus hundert Kilometer nach Süden, biegt kurz vor Chegutu rechts ab und landet nach weiteren 20 Kilometern auf einem Feldweg. Dann plötzlich eine Linkskurve; und der Besucher glaubt, er befinde sich im Märchen.

Gebettet in einen traumhaft schönen Park aus uralten Bäumen, bunt blühenden Sträuchern und Blumenrabatten steht dreistöckig ein prachtvoller Hüttenpalast: Hellrot verputzte Ziegelwände, durchbrochen von kleinen Fenstern, gekrönt von kunstvoll gearbeiteter Grasbedachung, umschließen ellipsenförmig einen reich begrünten Innenhof, in dem vier blonde Kinder spielen.

Gebaut haben das Haus Ben Freeth, dessen Vater, ein britischer Offizier, beim Aufbau der simbabwischen Armee half, und Bens Frau Laura, deren Familie seit fast 300 Jahren Farmen im südlichen Afrika betreibt.

"Das Haus ist sehr einfach gebaut. Die Ziegel sind aus Ton, den wir aus Termitenhügeln gewinnen, in der Sonne trocknen und schließlich in großen Öfen brennen. Sämtliche Pfosten und das Dachgebälk sind aus Holz von eigenen Eukalyptus-Plantagen, das Dach selbst besteht aus Gras. Ja, buchstäblich alles in unserem Haus verbaute Material - außer Glas, Beschlägen, Strom- und Wasserleitungen - stammt von unserer Farm; natürlich auch das Holz der Fensterrahmen."

Ben, der jetzt sehr ernst wirkt, deutet auf der Fahrt zu den Obstplantagen der Farm, die seinem Schwiegervater gehören, auf in der Ferne sichtbare verlassene Häuser und Lastwagenwracks.

"All diese Farmen sind zugrunde gerichtet. Es wird nichts mehr produziert dort; die Infrastruktur verfällt; Pumpen werden verkauft; die Maschinen sind kaputt oder verschwunden. Es ist tragisch. Was über so viele Jahre aufgebaut wurde, ist nun binnen kürzester Zeit zerstört worden. - Die Bäume hier, an denen wir gerade vorbeifahren, sind Mangobäume, in denen viele Jahre Arbeit stecken. Mein Schwager hatte eine Farm bei Kadoma - mit 50.000 Orangenbäumen. Dann kamen die Besetzer, kümmerten sich nicht um die Bäume, bewässerten sie nicht; jetzt sind all diese Orangenbäume tot. Und wenn ich von hier wegginge, würde das gleiche meinen Mangobäumen geschehen. Sie würden vielleicht schon dem ersten Buschfeuer zum Opfer fallen. Diese Bäume, wissen Sie, überleben nur, wenn man sie pflegt, und liebt und sich um sie kümmert."

Stolz zeigt Ben die in endlosen Reihen stehenden 40.000 Mango- und 20.000 Orangenbäume der Familien Campbell und Freeth. Bislang ist es ihnen gelungen, mit den Exporterlösen Dünger und Sprit zu finanzieren. Dieses Jahr jedoch droht eine Krise. Die öffentliche Stromversorgung, mit der Ben die Bewässerungspumpen betreibt, ist zusammengebrochen. Ein Generator rentiert sich nicht; die Früchte drohen auf den Bäumen zu verdorren.

Ben Freeth ist Schwierigkeiten gewohnt. Seit Jahren will ein ehemaliger Minister seine Farm übernehmen; seit Jahren führt er deshalb Prozesse. Anders als viele Kollegen und bislang nicht ohne Erfolg stellt Freeth dabei die Rechtsstaatlichkeit der simbabwischen Enteignungsgesetze grundsätzlich in Frage. Und er klagt nicht nur vor einheimischen Gerichten, sondern auch vor dem von Robert Mugabe mit ins Leben gerufenen Gerichtshof der "Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft", SADC. Dieser Gerichtshof nahm gerade rechtzeitig für Freeth seine Arbeit auf.

"Eine Woche nach der Verhandlung am Obersten Gerichtshof Simbabwes begann in Windhuk, Namibia, der Gerichtshof mit seiner Arbeit. 15 Jahre, von 1992 bis 2007, hatte man gebraucht, diesen Gerichtshof zu etablieren. Und dann war er plötzlich da - genau, als wir ihn brauchten. Und unser Fall war der erste, der dort verhandelt wurde. Viermal waren wir bisher in Namibia; und der Gerichtshof hat verfügt, dass wir unsere Farm zumindest solange behalten dürfen, bis die Richter entschieden haben, ob Simbabwes Enteignungsgesetze mit dem Vertrag vereinbar sind oder nicht."

Murrend akzeptierte das Regime diese einstweilige Verfügung, setzte zugleich jedoch seine Terrortrupps in Marsch. Am 29. Juni 2008 wurden Ben Freeth und seine Schwiegereltern Mike und Angela Campbell entführt, krankenhausreif geschlagen und irgendwo im Busch aus einem Auto geworfen. Der 76jährige Mann schwebte über Tage in Lebensgefahr.

Dessen ungeachtet ließ das jüngste Koalitionsabkommen zwischen Staatschef Mugabe und seinem Widersacher Morgan Tsvangirai auch bei Ben Freeth Hoffnung aufkeimen. Die beiden haben keine Alternative, meint er, als sich zusammen zu raufen. Mugabe braucht ein Minimum an Legitimität und Wirtschaftshilfe, um seine Position überhaupt zu behaupten; Tsvangirai hat - wie die letzten Jahre zeigen - keine Chance, die äußerst friedliebenden Simbabwer zu einer Revolution zu überreden.

Das Koalitionsabkommen sieht eine Übergangsregierung für zwei bis drei Jahre vor, die eine Verfassung erarbeiten und schließlich freie Wahlen organisieren soll. Zu den Kernvereinbarungen zählt auch die Abschaffung der Sicherheitsgesetze, die jahrzehntelang die öffentliche Meinung geknebelt haben - erklärt in Harare der Verhandlungsführer des MDC Elton Mangoma.

"Hier handelt es sich um Schlüsselfragen, die in unserem Abkommen entsprechend gewürdigt werden. Wir alle glauben fest an die Rede-, Versammlungs- und Pressefreiheit, heißt es dort. Und die Medien, die in den letzten Jahren verboten wurden, müssen rasch eine neue Lizenz erhalten. Darüber hinaus brauchen wir mehr Medien und mehr Offenheit, um eine wirklich freie Diskussion zu ermöglichen. Diesbezüglich hat es, wenn Sie sich das Dokument anschauen, keinerlei Meinungsunterschiede gegeben."

Schwieriger sieht es bei anderen Fragen aus. So ist, laut Abkommen, die so genannte "Landreform" Mugabes unumkehrbar; andererseits wird das Rechtsstaatsprinzip bei Eigentumsfragen betont. Was das für die vertriebenen weißen Farmer bedeutet, bleibt abzuwarten.

Unangenehm für so manchen Nutznießer des bisherigen Regimes dürfte die notwendige Sanierung der Wirtschaft werden, die für den MDC der Finanzberater Eddie Cross aus Bulawayo konzipiert.

"Als erstes müssen wir die Preiskontrollen aufheben. Dann müssen wir den Wechselkurs des Sim-Dollars freigeben; und der Staat muss zurückfinden zu strikter Haushaltsdisziplin. Sobald wir diese eigentlich einfachen Dinge getan haben, wird die Inflation schnell zurückgehen. - Natürlich brauchen wir für die Finanzierung eines solchen Stabilisierungsprogramms Hilfe der internationalen Gemeinschaft. Die aber wird, wie unsere Gespräche mit multilateralen Institutionen zeigen, zur Verfügung stehen."

Eddie Cross unterhält gute Beziehungen zur so genannten Gebergemeinschaft, die jetzt schon 50 Millionen Dollar monatlich nach Simbabwe pumpt; gute Beziehungen pflegt er auch zur "Deutschen Welthungerhilfe", die in großem Stil Ernährung sichert in hungergefährdeten Dörfern. "Welthungerhilfe"-Mitarbeiter Jochen Hertle hofft, dass eine neue Regierung die Helfer helfen lässt, anstatt ihnen immer wieder bürokratische Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

"Das jüngste Projekt, das jetzt gestartet hat am ersten September, beinhaltet die Reparatur, Instandsetzung von Wasserversorgungssystemen in Gesundheitsinstitutionen, sprich Hospitälern, Kliniken - also alles, was der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung dient. Wir sprechen über Zentren, die von Quellen versorgt werden, mit kilometerlangen Leitungen; wir sprechen über Diesel-Generatoren, über Pumpen; über Bohrungen. Also ganz unterschiedliche Aufgaben stellen sich uns da."

Auch die Gemeinschaft der Geber wird sich bald recht kribbligen Fragen stellen müssen; zum Beispiel der, was mit den über 200.000 Sicherheitskräften in Simbabwe geschehen soll.

"Wir müssen an die Demobilisierung sehr besonnen herangehen. Wir können nicht einfach, wie die Amerikaner im Irak, die Armee auflösen. Nein, es wird eine Menge Geld kosten, all diese Uniformierten zu entwaffnen und ihnen neue berufliche Perspektiven zu vermitteln."

Beschäftigung zu finden für Millionen arbeitsloser Simbabwer - das, meint Eddie Cross, wird die wichtigste Aufgabe einer neuen Regierung sein. "Die kommerziellen Farmer, bis vor wenigen Jahren wichtigste Arbeitgeber im Land, werden so schnell keine neuen Jobs schaffen, ist sich Eddie Cross sicher.

"Die beiden Sektoren, die nach einem Regimewechsel relativ schnell expandieren können, sind der Bergbau und der Tourismus. Allein der Tourismus kann in den nächsten zwei Jahren 200.000 neue Jobs schaffen - eine enorme Menge, wenn man berücksichtigt, dass derzeit insgesamt nur 600.000 Simbabwer in ordentlichen Arbeitsverhältnissen stehen. Auch im Bergbau, der momentan 50.000 Menschen beschäftigt, steckt ein gewaltiges Wachstumspotential. Allein die Impala-Platinmine bei Chegutu wird 18.000 Menschen Arbeit geben. Und es sind eine Menge weiterer Bergbau-Projekte geplant. - Bergbau und Tourismus werden also vorläufig die Wachstumsträger sein. Der Rest wird sich eher langsam entwickeln. Aber ich glaube auch nicht, dass uns allzu viele Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Wir haben ein Drittel unserer Bevölkerung verloren. Und der größte Teil wird so schnell nicht zurückkehren. Das heißt: Wir könnten, nach einer Wende am Arbeitsmarkt, recht bald einen Mangel an Arbeitskräften haben."

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