Sarajevo
Hoher Repräsentant in Bosnien-Herzegowina, Schmidt, will zurücktreten

Der Hohe Repräsentant der Staatengemeinschaft in Bosnien-Herzegowina, Schmidt, hat seinen Rücktritt erklärt. Schmidts Behörde teilte mit, der CSU-Politiker habe beschlossen, seinen Dienst nach fast fünf Jahren zu beenden.

    Christian Schmidt (CSU), der Hohe Repräsentant der Internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina, spricht in ein Mikrofon.
    Christian Schmidt (CSU), der Hohe Repräsentant der Internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina (picture alliance/dpa/Michael Kappeler)
    Schmidt werde sein Amt aber weiter ausüben, bis ein Nachfolger gefunden sei, heißt es in der Mitteilung. Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen" hatten die USA monatelang versucht, Schmidt als Hohen Repräsentanten abzusetzen. Er wird am Dienstag im UNO-Sicherheitsrat seinen halbjährlichen Bericht über die Lage in Bosnien vorstellen. Laut F.A.Z. wird er darin vor einem drohenden Zerfall Bosniens warnen, insbesondere mit Blick auf die Abspaltungsbestrebungen der serbischen Teilrepublik. Deren führender Politiker Dodik hatte zuletzt Rückendeckung von US-Präsident Trump bekommen.
    Das Amt des Hohen Repräsentanten gibt es seit Ende des Krieges in Bosnien im Jahr 1995. Ziel ist es, die Einhaltung des Friedensvertrages von Dayton zu überwachen, mit dem der Krieg unter Vermittlung der USA beendet wurde. Das Amt wird durch den sogenannten Friedensimplementierungsrat besetzt, einem Zusammenschluss aus 55 Staaten und Organisationen.
    Diese Nachricht wurde am 11.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.