
Holetschek erklärte dazu, Weber werfe Fragen auf, ohne konkrete Antworten zu liefern. Zusammenhalt und Gemeinsinn seien längst Thema der bayerischen Staatsregierung, nicht zuletzt in Söders jüngster Regierungserklärung. Holetschek warf Weber zudem vor, bei CSU-Vorstandssitzungen zuletzt häufiger gefehlt zu haben.
Weber: "Kein Gemeinschaftsgefühl durch Klickzahlen"
Weber hatte in seinem Brief einen neuen Kurs gefordert und die öffentliche sowie inhaltliche Ausrichtung der CSU angezweifelt. Dabei äußerte er sich kritisch gegenüber Söder, ohne ihn beim Namen zu nennen. Zitat: "Es waren die besten Jahre für die CSU, als wir nicht dem Zeitgeist gefolgt sind, sondern unseren Überzeugungen."
Weber forderte, man müsse das Gemeinwohl wieder "visionär ins Zentrum unserer Politik" rücken: "Dieses Gemeinschaftsgefühl werde ich aber weder mit Schlagzeilen noch mit Klickzahlen, sondern nur mit Kreativität, Mut und Ideen erreichen." Die Aussage dürfte eine Anspielung auf Söders Präsenz in den sozialen Medien sein. Allerdings hatte der CSU-Chef dort zuletzt wieder ernsthafte Töne angestimmt.
Was ist gelebter Patriotismus?
Und noch eine Spitze von Weber, die sich gegen Söder richten dürfte: "Das Absingen von Hymnen bei Abiturfeiern ist wichtig, aber die Frage unserer zukunftsfähigen Verteidigungs- und Rüstungsfähigkeit sagt mehr über gelebten Patriotismus." Für viele in der CSU bezieht sich das auf Söders Vorstoß, künftig die National- und Bayernhymne wieder verpflichtend an Schulen singen zu lassen.
Bei den Kommunalwahlen im März hatte die CSU Verluste erzielt. Seitdem gibt es immer wieder Berichte über Unzufriedenheit innerhalb der Partei.
Diese Nachricht wurde am 27.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
