
Deutschland habe gelernt, was ungezügelter Hass einer Nation zufügen könne, fügte die 87-Jährige hinzu. Friedman betonte, sie sei hier, weil andere dies nicht mehr könnten. Sie spreche für die vielen Menschen, deren Stimme verstummt sei. Und sie versuche, sich zu errinern und nicht zu vergessern, damals passiert sei.
Friedman war als Kind in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt worden. Sie betreibt heute mit ihrem Enkel einen Tiktok-Kanal, um die Erinnerung an die Judenverfolgung wachzuhalten.
Klöckner: "Hass ist wieder gesellschaftsfähig geworden"
Bundestagspräsidentin Klöckner sagte in ihrer Ansprache, in Artikel 1 des Grundgesetzes heiße es, die Würde jedes Menschen sei unantastbar. Die Schoah habe gezeigt, was passiere, wenn dies nicht der Fall sei. "Wir erinnern nicht, damit wir vergessen dürfen", erklärte Klöckner. Es habe lange gedauert, bis sich die deutsche Gesellschaft der Aufarbeitung des Nationalsozialismus gestellt habe. Heute müsse man feststellen, dass Hass wieder gesellschaftsfähig geworden sei. Als Deutsche trage man eine besondere Verantwortung, dem Hass gegen Jüdinnen und Juden entgegenzutreten.
Anlass der Gedenkstunde ist der gestrige Holocaust-Gedenktag. Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee das deutsche Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit.
Weiterführende Informationen
Diese Nachricht wurde am 28.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



