Homophobie
Homosexuelle Männer per Dating-App in Falle gelockt, verprügelt, beraubt und beleidigt: Prozessauftakt gegen fünf Heranwachsende in Frankfurt (Oder)

Vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) hat ein Prozess gegen fünf Heranwachsende begonnen.

    Das Wappentier von Brandenburg, ein roter Adler, ziert die Wand hinter dem Tisch des Richters in einem Verhandlungssaal des Landgerichtes in Frankfurt an der Oder in Brandenburg.
    Landgericht Frankfurt an der Oder (dpa / Patrick Pleul)
    Sie sollen homosexuelle Männer über eine Dating-App in die Falle gelockt, verprügelt, beraubt und schwulenfeindlich beleidigt haben. Die Angeklagten sind zwischen 15 und 20 Jahre alt. Ihnen wird vorgeworfen, den Opfern sexuelles Interesse vorgetäuscht zu haben, um sie an entlegene Orte zu lotsen. Ihre Taten filmten sie. Ein weiteres Mitglied der Gruppe wurde nach Gerichtsangaben Ende vergangener Woche zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.
    In der Vergangenheit gab es mehrere solcher Verbrechen in Deutschland und Europa. Unter dem Schlagwort "Pedo-Hunting" instrumentalisieren die Täter dabei mitunter Kinderschutz-Narrative. Sie geben vor, gegen Pädokriminelle vorzugehen, um ihre Feindbilder gegen sexuelle Minderheiten zu legitimieren. Das Bundesamt für Verfassungsschutz sieht darin auch eine neue Tendenz in rechtsextremen Kreisen. Private Ermittlungsmaßnahmen, auch zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt an Kindern, gelten Juristen zufolge im Rechtsstaat als systemwidrig und können Strafverfolgung nach sich ziehen.
    Diese Nachricht wurde am 18.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.