Menschenrechte und Einreiseverbote
Human Rights Watch: "FIFA muss prüfen, ob es noch möglich ist, die Fußball-WM in den USA auszutragen"

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bekräftigt Bedenken wegen der Austragung der anstehenden Fußball-WM in den USA. Die Lage der Menschenrechte bewege sich in dem Land in eine völlig falsche Richtung, um ein internationales Event auszutragen, sagte die für den Bereich "Global Initiatives" zuständige Direktorin Minky Worden dem Deutschlandfunk.

    Das Logo der NGO Human Rights Watch. Links daneben stehen jährliche Berichte der Organisation.
    Human Rights Watch sieht eine immer prekärere Lage der Menschenrechte in den USA. (Foto von EMMA DA SILVA | AFP)
    Worden forderte den Weltverband FIFA auf, die Austragung in den USA zu überprüfen, falls US-Präsident Trump die Einreise von Fans oder Spielern blockiere. Die FIFA habe die Verantwortung, ihre eigenen Regeln auch entgegen aller Macht und Bestrebungen des US-Präsidenten umzusetzen. Zugleich räumte Worden ein, dass es realistisch gesehen keinerlei Anzeichen dafür gebe, dass den USA die Austragung noch entzogen werde.

    "Auch Fans aus Haiti haben Recht auf Teilnahme"

    Worden verwies beispielsweise auf das Einreiseverbot für Menschen aus Haiti. Die Nationalmannschaft des Karibik-Staats nimmt erstmals seit 52 Jahren wieder an einer WM-Endrunde teil. Die US-Regierung ordnete bereits an, dass nur Spieler und Funktionäre für den Zeitraum des Turniers einreisen dürften. Worden sagte, auch ganz normale Fans müssten ein Recht darauf haben, ihr Team anzufeuern. Menschen mit haitianischem Pass in den USA müssten zudem Fanzonen besuchen können, ohne Angst haben zu müssen, festgenommen zu werden.

    Gegen einen Ausschluss des Irans

    Worden sprach sich gegen einen Ausschluss des Irans aus, auch wenn der Sport von dem Regime in dem Land seit Jahrzehnten politisiert werde. Die FIFA habe es seit Jahrzehnten verpasst, von den iranischen Behörden die Einhaltung der Menschenrechtserklärung des Weltverbandes einzuhalten. Der iranische Sportminister hatte zuletzt einen Boykott der WM wegen der US-amerikanischen und israelischen Angriffe angekündigt. US-Präsident Trump hat laut Aussage von FIFA-Präsident Infantino zugesichert, dass die iranische Mannschaft weiterhin eingeladen sei.
    Die Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada beginnt am 11. Juni.
    Das gesamte Interview mit Minky Worden von Human Rights Watch läuft heute ab 19:10 in der Sendung "Sport am Samstag" im Deutschlandfunk.
    Diese Nachricht wurde am 14.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.