
Die Behörde teilte nach einer Inspektion der Anlage mit, die Werte seien weiterhin normal. Eine radioaktive Kontamination sei nicht festgestellt worden.
Das Lager war von einer russischen Drohne getroffen worden. Nach Angaben der IAEA entstanden dabei erhebliche Schäden an Teilen des Gebäudes zur Brennelement-Lagerung. Behördenchef Grossi betonte, Angriffe auf kerntechnische Anlagen seien völlig inakzeptabel. Sie verstießen gegen grundlegende Prinzipien der nuklearen Sicherheit.
Der Staatskonzern Energoatom teilte mit, ein Gebäude für die Annahme von Behältern sei bei dem Angriff in der Nacht teilweise zerstört worden. Es sei dort aber kein abgebrannter Kernbrennstoff gelagert worden. In dem zentralen Lager in der Sperrzone um das vor 40 Jahren havarierte AKW Tschernobyl werden abgebrannte Brennelemente aus anderen ukrainischen Kernkraftwerken langfristig gelagert.
Selenskyj: "Extrem niederträchtig"
Der ukrainische Präsident Selenskyj nannte den Angriff "extrem niederträchtig". Russland habe das Gebiet gezielt attackiert, schrieb er auf X. Es handele sich um eine äußerst kritische Infrastruktureinrichtung. Es gebe zwar keine Überschreitung der Grenzwerte für die Strahlung, aber eine Überschreitung der ohnehin schon himmelhohen russischen Grausamkeit. Tatsächlich ist aber noch unklar, ob das Atommüllager absichtlich getroffen wurde. Von russischer Seite gab es zunächst keine Angaben.
Selenskyj forderte erneut die Weltgemeinschaft zum Durchgreifen gegen Russland auf. "In dieser Nacht gab es russische Angriffe auch auf andere zivile Objekte in 13 unserer Regionen", sagte er. Die Behörden in der umkämpften Region Saporischschja meldeten am Vormittag, dass eine russische Gleitbombe drei Menschen in einem Dorf getötet habe.
Diese Nachricht wurde am 08.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
