
Wörtlich sagte er: "Ich habe nicht die Absicht, der Liebling der Nation zu werden". Er habe vielmehr die Absicht, das Land so auf Kurs zu bringen, dass man der jungen Generation wieder eine vernünftige Perspektive bieten könne. Nur ein Sozialstaat, der verlässlich schütze und nachhaltig finanziert sei, werde von auch von der jungen Generation mitgetragen. Viele Jüngere glaubten aber nicht, dass das Sicherheitsversprechen auch für sie gelte.
"Kapitalrente kommt 30 Jahre zu spät"
Merz betonte, niemals zuvor seien in Deutschland alle Sozialversicherungssysteme zur selben Zeit reformiert worden, Zitat: "Aber wir wollen das für alle gleich fair und ordentlich hinbekommen". Langfristiges Ziel seien stabile Beitragssätze. Merz erklärte, man sei in Deutschland mit den Plänen für die kapitalgestützte Rente "30 Jahre zu spät". Um einen Kapitalstock aufzubauen, seien deshalb vorübergehend höhere Rentenversicherungsbeiträge nötig, sagte Merz. Zudem mache das Ende der abschlagsfreien Frühverrentung die Rente gerechter. Das mögliche Ende der früher als "Rente mit 63" bekannten Regelung ist umstritten in der Koalition. Der designierte neue Arbeitsminister Schweitzer etwa lehnte die Abschaffung der Regelung vor kurzem noch ab.
Vertrauenskrise eingeräumt
Gestern hatte Merz nach einer Sitzung des Parteipräsidiums eingeräumt, dass sich die CDU in einer Vertrauenskrise befinde, aus der man sich herausarbeiten müsse. Hintergrund ist dabei auch das schlechte Abschneiden der Partei bei den jüngsten Landtagswahlen. Eine Rolle spielt auch der Rücktritt von Arbeitsministerin und SPD-Chefin Bas: Sie hatte ihren Rückzug unter anderem mit öffentlichen Angriffen gegen sie begründet und dabei ausdrücklich auch den Koalitionspartner erwähnt.
Dulger fordert mehr Tempo bei Reformen
Beim Arbeitgebertag sprach zunächst der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Dulger. Er forderte mehr Tempo bei den Reformen. Die Koalition müsse als Regierung der politischen Mitte zeigen, dass sie Herausforderungen bewältige. Das stärke Wirtschaft und Demokratie gleichermaßen, betonte Dulger.
Der Arbeitgeberpräsident betonte, die Demografie lasse sich nicht wegverhandeln. Gerechtigkeit habe viele Facetten. Zitat: "Sie betrifft diejenigen, die Unterstützung brauchen. Aber, und das sage ich gerade auch mit Blick auf die SPD: Wer soziale Gerechtigkeit ernst nimmt, darf nicht nur fragen, wie Leistungen gesichert werden." Er müsse ebenso fragen, wie man diejenigen stärke, die diese Leistungen finanzierten - indem sie arbeiteten und Beiträge zahlten."
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Diese Nachricht wurde am 13.10.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
