Ganze elf Sekunden währte der Flug von "X-43A". Auch hob der Experimentalflieger nicht vom Boden ab, vielmehr war er bereits von einem umgebauten B-52-Bomber in eine Höhe von 12 Kilometern getragen, bevor er ausgeklinkt und sein vollkommen neuartiges Triebwerk gezündet wurde. Na dem kurzen, aber über 8000 Kilometer in der Stunde schnellen Ritt durch die Atmosphäre endete das Experiment - wie geplant - im Wasser des Pazifiks. "Die X-43 ist ein so genannter Scramjet. Sein neuartiges Triebwerk arbeitet mit Wasserstoff und beschleunigt die Maschine für rund zehn Sekunden auf Mach 7", resümiert Uwe Hüter von der US-Raumfahrtbehörde NASA. Wie moderne Raketen auch verbrennt der Motor des so genannten Supersonic Combustion Ramjets (Scramjet) Wasserstoff und Sauerstoff. Allerdings muss letztere Komponente nicht in Tanks mitgeführt werden, sondern wird beim Flug aus der dünnen Atmosphäre geradezu in das Triebwerk gerammt - daher der Name.
Der erfolgreiche Testflug könnte Raumfahrtingenieure einem lang gehegten Traum ein gutes Stück näher bringen: ein beliebig oft wiederverwendbares Raumfahrzeug, das horizontal startet und landet wie ein normales Flugzeug. Kostspielige Zusatzraketen und Tanks, die nicht oder nur wenig wieder verwendet werden können, gehörten dann der Vergangenheit an. Ebenso spezielle Weltraumbahnhöfe wie Baikonur oder Cap Canaveral mit ihren Parks an senkrechten Startrampen, denn als Start- und Landebahnen könnten dann auch geräumgere Flughäfen dienen. Doch bis die Enkel der "X-43" wirklich ins All aufbrechen und Raumstationen versorgen oder Touristen in Rekordzeit um die Welt fliegen, müssen noch einige Probleme gelöst werden, berichtet Jesco von Puttkamer, Langzeitplaner bei der NASA: "So ein Gerät kann zwar gebaut werden, kommt aber mit null Nutzlast im Weltraum an, oder sogar - mathematisch gesprochen - mit negativer Nutzlast, denn weil dabei so viel Totgewicht mitgeführt werden muss und keine schweren Brennstufen abgeworfen werden, bräuchte man Materialien, die in der Bauweise sehr leicht sind, sowie sehr leistungsstarke Triebwerke auf der Basis hochenergetischer Treibstoffe. Nur so kann auf die Dauer ein Einstufer ermöglicht werden."
Europa möchte indes dieses Feld nicht allein den USA überlassen und werkelt unter der Bezeichnung "Hyper X" an einer eigenen Interpretation eines einstufigen Raketenflugzeugs. "Unser Szenario für den Hyperschall-Demonstrator wäre ein luftgestartetes Vehikel, das über dem Atlantik ausgeklinkt wird. Anschließend soll es von seinem Feststoffmotor angetrieben und später im Gleitflug in Richtung französische Küste fliegen und dann in Arcachon landen. Das hat eben den Vorteil, dass wir relativ hohe Flug-Geschwindigkeiten erreichen und dabei innerhalb von Europa bleiben", erklärt Armin Herbertz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Ein erstes Gerät oder gar ein erster Flug für Europas Hyper X liegen jedoch noch in weiter Ferne. Die NASA hingegen will ihr X-43 bereits im Herbst erneut fliegen, dann mit elffacher Schallgeschwindigkeit.
[Quelle: Guido Meyer]
Der erfolgreiche Testflug könnte Raumfahrtingenieure einem lang gehegten Traum ein gutes Stück näher bringen: ein beliebig oft wiederverwendbares Raumfahrzeug, das horizontal startet und landet wie ein normales Flugzeug. Kostspielige Zusatzraketen und Tanks, die nicht oder nur wenig wieder verwendet werden können, gehörten dann der Vergangenheit an. Ebenso spezielle Weltraumbahnhöfe wie Baikonur oder Cap Canaveral mit ihren Parks an senkrechten Startrampen, denn als Start- und Landebahnen könnten dann auch geräumgere Flughäfen dienen. Doch bis die Enkel der "X-43" wirklich ins All aufbrechen und Raumstationen versorgen oder Touristen in Rekordzeit um die Welt fliegen, müssen noch einige Probleme gelöst werden, berichtet Jesco von Puttkamer, Langzeitplaner bei der NASA: "So ein Gerät kann zwar gebaut werden, kommt aber mit null Nutzlast im Weltraum an, oder sogar - mathematisch gesprochen - mit negativer Nutzlast, denn weil dabei so viel Totgewicht mitgeführt werden muss und keine schweren Brennstufen abgeworfen werden, bräuchte man Materialien, die in der Bauweise sehr leicht sind, sowie sehr leistungsstarke Triebwerke auf der Basis hochenergetischer Treibstoffe. Nur so kann auf die Dauer ein Einstufer ermöglicht werden."
Europa möchte indes dieses Feld nicht allein den USA überlassen und werkelt unter der Bezeichnung "Hyper X" an einer eigenen Interpretation eines einstufigen Raketenflugzeugs. "Unser Szenario für den Hyperschall-Demonstrator wäre ein luftgestartetes Vehikel, das über dem Atlantik ausgeklinkt wird. Anschließend soll es von seinem Feststoffmotor angetrieben und später im Gleitflug in Richtung französische Küste fliegen und dann in Arcachon landen. Das hat eben den Vorteil, dass wir relativ hohe Flug-Geschwindigkeiten erreichen und dabei innerhalb von Europa bleiben", erklärt Armin Herbertz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Ein erstes Gerät oder gar ein erster Flug für Europas Hyper X liegen jedoch noch in weiter Ferne. Die NASA hingegen will ihr X-43 bereits im Herbst erneut fliegen, dann mit elffacher Schallgeschwindigkeit.
[Quelle: Guido Meyer]