Medienbericht
In 147 Fällen bei der Polizei aktenkundig: Kölner Asyl-Affäre wirft Schlaglicht auf Probleme bei Abschiebungen

In der Kölner Asylaffäre um einen langjährig geduldeten Flüchtling aus Bosnien sind weitere Details veröffentlicht worden.

    Blick auf den Kölner Dom am frühen Morgen
    In Köln wird seit Jahren ein ausreisepflichtiger Bosnier geduldet (picture alliance / dpa / Thomas Banneyer)
    Nach Informationen mehrerer Medien ist der heute 42 Jahre alte Migrant in 147 Fällen bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen aktenkundig. Das gehe aus einem Papier der Landesregierung hervor, heißt es. Der Mann sei laut Bundeszentralregister mehrfach für Straftaten verurteilt. Mit seiner Frau habe er mittlerweile acht Kinder, sodass die monatliche Überweisung nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz im Herbst 2023 7.250 Euro betragen habe. Oberbürgermeister Burmester habe zahlreiche Nachfragen nicht beantwortet, hieß es. Vor gut einem Monat hatte der SPD-Politiker eine interne Prüfung angekündigt.

    Abschiebung des Bosniers sollte bereits 2003 erfolgen

    Der Fall des Migranten und seiner Familie hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt und ein Schlaglicht auf die Schwierigkeiten bei Abschiebungen geworfen. Im Jahr 2003 wollte die Stadt Köln den Mann in seine Heimat zurückschicken; er tauchte aber zwischenzeitlich unter. Im Jahr 2009 scheiterte er vor dem Verwaltungsgericht mit einer Klage gegen seine Abschiebung. Seither erhielt er dennoch stets aufs Neue eine Duldung, obwohl er ausreisepflichtig ist.
    Die SPD-Landtagsabgeordnete Kapteinat beklagte, der Fall mache leider deutlich, dass Abschiebungen in NRW noch längst nicht zuverlässig umgesetzt würden. Die Opposition im Kölner Stadtrat indes sprach von "klarem Verwaltungsversagen". Das müsse aufgearbeitet werden.
    Diese Nachricht wurde am 10.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.