Auslandreise
Indiens Premier Modi empfängt Bundeskanzler Merz - Besuch in Gandhi-Gedenkstätte

Bundeskanzler Merz ist zum Auftakt seiner Indienreise von Ministerpräsident Modi empfangen worden. In der Stadt Ahmedabad besuchten die beiden Politiker zunächst eine Gedenkstätte für den Nationalhelden Mahatma Gandhi. Merz wird auf seiner Reise von einer Wirtschaftsdelegation begleitet.

    Bundeskanzler Friedrich Merz und der indische Regierungschef Narendra Modi winken bei einem gemeinsamen Treffen in Ahmedabad.
    Merz trifft Modi (dpa / AP / Ajit Solanki)
    Ins Gästebuch der Gedenkstätte schrieb der Kanzler, Gandhis unerschütterlicher Glaube an die Kraft der Freiheit und die Würde jedes Menschen inspiriere heute noch.
    Bei den Gesprächen zwischen Merz und Modi soll es vor allem um Handels- und Rüstungsfragen gehen. Es ist seine erste große Asienreise. Dass sie nicht etwa nach Japan oder China geht, gilt diplomatisch als besonderes Signal an die mittlerweile fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt. Umgekehrt wird es als besonderes Zeichen der Wertschätzung gesehen, dass Modi den Kanzler in seinem Heimatbundesstaat Gujarat empfängt.
    Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Roloff, sagte dem Magazin "Politico", Ziel von Merz' Besuch in Indien sei es, vielleicht ein bisschen die Abhängigkeit von China zu reduzieren. Mit Blick auf Indiens Nähe zu Russland sieht Roloff klare Grenzen deutscher Einflussnahme. Deutschland könne nicht neue Partnerschaften aufbauen und zugleich verlangen, dass andere ihren Draht zu Russland kappten. Das gelte auch für Rüstungsexporte. Man könne nicht sagen, man wolle Indien U-Boote verkaufen, aber nur, wenn es sich von Russland lossage. So funktioniere Diplomatie nicht.

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    Diese Nachricht wurde am 12.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.