Deutschland
Inflation steigt im Juli auf 2,8 Prozent - Ende des Tankrabatts zeigt Auswirkungen

Das Leben in Deutschland hat sich im Juli wieder verteuert. Die Verbraucherpreise stiegen um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Ein Grund für den Anstieg war den Angaben zufolge das Ende des Tankrabatts.

    Eine Frau erhält Rückgeld an einem Marktstand auf dem Leipziger Markt. Steigende Preise und die Entwicklung der Inflation belasten viele Verbraucher im Alltag.
    Die Inflationsrate stieg im Juli erneut. (Jennifer Brückner/dpa)
    Der Rabatt war Ende Juni ausgelaufen. Zugleich laste der Iran-Krieg auf den Energiemärkten und treibe den Ölpreis nach oben, hieß es. Weil viele Erzeuger höhere Energiekosten nach und nach auf ihre Preise aufschlagen, könnten etwa Nahrungsmittel in den kommenden Monaten teurer werden.

    Starke Teuerung bei Energiepreisen

    Im Juli lagen die Energiepreise in Deutschland nach Berechnungen der Wiesbadener Statistiker um 8,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Juni waren es 3,4 Prozent. An den Zapfsäulen sind Preise über zwei Euro für den Liter Sprit wieder die Regel. Höhere Großhandelspreise für Gas kommen zumeist mit Verzögerung bei privaten Haushalten an.
    Für Lebensmittel mussten die Menschen hierzulande im Juli wie in den beiden Vormonaten 0,4 Prozent mehr zahlen als im Vorjahresmonat. Dienstleistungen, zu denen Restaurantbesuche und Reisen zählen, verteuerten sich um 2,9 Prozent.

    Mit höheren Zinsen gegen die Inflation

    Volkswirte erwarten, dass die Europäische Zentralbank im September die Leitzinsen im Euroraum zum zweiten Mal in diesem Jahr anheben wird. Mit höheren Zinsen kann die Notenbank die Inflation dämpfen, weil dann Kredite teurer werden und die Nachfrage gebremst wird. Die EZB strebt für den Euroraum mittelfristig eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent an. Bei dieser Marke sieht sie ihr oberstes Ziel erfüllt: für stabile Preise und einen stabilen Euro zu sorgen.
    Diese Nachricht wurde am 30.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.