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StartseiteSport Aktuell1. FC Kaiserslautern will sich mit Gläubigern einigen15.06.2020

Insolvenzverfahren1. FC Kaiserslautern will sich mit Gläubigern einigen

Der 1. FC Kaiserslautern ist schon länger in finanziellen Schwierigkeiten. Jetzt hat der Drittliga-Klub einen Insolvenzantrag gestellt. Der Verein muss mit seinen Gläubigern verhandeln - und einige Spieler müssen auf Geld verzichten.

Stefan Kersthold im Gespräch mit Niklas Potthoff

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Soeren Oliver Voigt, Geschäftsführer 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA, bei der Pressekonferenz zum Insolvenzverfahren am 15.06.2020. (imago images / Eibner)
Soeren Oliver Voigt, Geschäftsführer 1. FC Kaiserslautern, sieht keine andere Möglichkeit als die Planinsolvenz. (imago images / Eibner)
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Der Drittligist bestätigte am Montag, beim Amtsgericht Kaiserslautern
einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in
Eigenverwaltung gestellt zu haben. Der Klub möchte sich mit einer sogenannten Planinsolvenz vor der Pleite retten. Der 1. FC Kaiserslautern hat Dirk Eichelbaum als Generalbevollmächtigten für das Verfahren eingesetzt. Er nannte es die "letzte Patrone". Man habe aber vollen Respekt vor den Gläubigern, "die bei diesem Insolvenzverfahren, wie auch bei anderen Insolvenzverfahren, Geld verlieren werden. Das ist bedauerlich." Es sei aber nicht zu vermeiden.

Das Vereinslogo des 1. FC Kaiserslautern ist am Rande des Spielfelds auf dem Rasen zu sehen. (dpa) (dpa)3. Bundesliga - 1. FC Kaiserslautern geht in die Insolvenz
Der 1. FC Kaiserslautern war lange eine der ersten Adressen im deutschen Fußball. Aber inzwischen spielen die Pfälzer nur noch in der dritten Liga. Und auch wirtschaftlich sind sie angeschlagen. Jetzt muss der 1. FCK Insolvenz anmelden. Corona könnte dabei zum Segen werden.

SWR-Sportreporter Stefan Kersthold spricht davon, dass die Coronakrise "mitentscheidend" für den Antrag gewesen sei. Hintergrund ist eine Regeländerung des DFB: Normalerweise werden einem Verein bei einem Insolvenzverfahren neun Punkte in der Liga abgezogen. Für den 1. FC Kaiserslautern würde das fast den Abstieg in die Regionalliga bedeuten, so Kersthold. Die 9-Punkte-Abzug-Regel hat der DFB aber ausgesetzt, als der Spielbetrieb wegen der Coronakrise unterbrochen werden musste.

Einige Profis müssen auf Teile ihrer Gehälter verzichten

Drei Monate Zeit bleiben dem 1. FC Kaiserslautern nun, um mit den Gläubigern zu verhandeln. Es komme vor allem auf die drei Hauptgläubiger an, so Kersthold: Ein Investor aus Luxemburg und zwei Unternehmen aus Deutschland. Der 1. FCK hatte ihnen schon das Angebot gemacht, zehn Prozent der Schulden zu übernehmen - darauf hatten sich die Gläubiger nicht eingelassen.

Die Arbeitsagentur übernimmt in der Zeit der Verhandlungen die Gehälter für die Fußballprofis - aber nur bis zu einem Betrag von 6900 Euro. Einige Profis verdienen fünfstellige Beträge und müssen deshalb auf Gehalt verzichten. Der Spielbetrieb läuft währenddessen weiter: Am Dienstag (16.06.20) ist der 1. FC Kaiserslautern bei den Würzburger Kickers zu Gast.

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