"Friedensgutachten"
Institute: Militärische Gewalt ist normales Mittel der Politik geworden

Vier deutsche Konfliktforschungsinstitute kritisieren, dass sich militärische Gewalt als reguläres Mittel internationaler Politik etabliert habe.

    Berlin: Conrad Schetter (r-l, bicc), Tobias Debiel, (INEF) Nicole Deitelhoff, (PRIF) und Ursula Schröder, (IFSH) äußern sich bei der Vorstellung Friedensgutachten 2026.
    Vorstellung des Friedensgutachtens 2026 in Berlin (A3922 Britta Pedersen / dpa / A3922 Britta Pedersen)
    In einem in Berlin vorgestellten Gutachten heißt es, Regierungen agierten wie staatliche Kriegsfürsten, die Regeln missachteten und Gewalt zur Durchsetzung ihrer Interessen nutzten. Dies zeige sich besonders deutlich in den Interventionen der USA, Russlands und Israels. Gleichzeitig seien die Vereinten Nationen blockiert oder würden erst gar nicht in eine Schlichtung einbezogen.
    Die Konfliktforscher verlangen von Deutschland einen konsequenten Einsatz für das Völkerrecht. Wenn die Bundesregierung selektive Brüche toleriere, wie sie es im Fall der US-Interventionen in Venezuela und Iran getan habe, verspiele sie ihre Glaubwürdigkeit. Zudem fördere sie dadurch auch den fortschreitenden Verfall der internationalen Ordnung.
    Das Friedensgutachten ist eine jährliche Publikation des Bonn International Centre for Conflict Studies, des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung, des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg und des Instituts für Entwicklung und Frieden der Universität Duisburg-Essen.
    Diese Nachricht wurde am 08.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.