
Der Roman spielt im von Japan besetzten Taiwan der 1930er-Jahre und folgt zwei Frauen, einer japanische Autorin und einer taiwanesische Übersetzerin, bei einer Reise durch das Land. Dabei geht es sowohl um die romantische Beziehung der beiden, als auch um die politischen Verhältnisse. Der Roman wurde 2020 auf Mandarin veröffentlicht und gewannt Taiwans höchste literarische Auszeichnung, den Golden Tripod Award.
Zwei deutsche Titel auf der Shortlist
Bei der Verleihung in London sagte Autorin Yang Shuang-zi, Literatur könne sich nicht von Grund auf von der Politik lösen. Der Booker Prize ist einer der renommiertesten Literaturpreise weltweit und mit 50.000 Pfund (etwa 58.000 Euro) dotiert. Das Preisgeld wird zu gleichen Teilen zwischen Yang und ihrer Übersetzerin Lin King aufgeteilt.
Die zwei deutschen Nominierungen erhalten ebenfalls ein Preisgeld. Auf der Shortlist standen Shida Bazyar mit ihrem Debütroman "Nachts ist es leise in Teheran" von 2016 und Daniel Kehlmann mit dem 2023 auf Deutsch erschienenen Roman "Lichtspiel". Bereits die Plätze auf der Shortlist waren von deutschen Medien gelobt worden.
Mit dem 1969 ins Leben gerufenen Booker Prize wird jedes Jahr der beste englischsprachige Roman ausgezeichnet, auch Übersetzungen zählen dazu. Bekannte Preisträger und Preisträgerinnen sind Salman Rushdie, Margaret Atwood und Hilary Mantel. Sowohl Romane als auch Kurzgeschichten-Sammlungen können eingereicht werden.
Diese Nachricht wurde am 20.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
