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Internationale Medien zu US-Angriff in SyrienSelbst von der New York Times bekommt Trump so etwas wie Zuspruch

In dem Ständer klemmen unter anderem die Sun, der Daily Mirror, die Times und der Independent. Im Hintergrund unscharf ein Regal. (dpa / Daniel Kalker)
Zeitschriftenstand mit Tageszeitungen in London. Foto vom 10. Januar 2014. (dpa / Daniel Kalker)

Der US-Angriff auf eine Luftwaffenbasis der syrischen Armee beschäftigt selbstverständlich auch die internationalen Medien. Während man sich in Russland Gedanken über die Zukunft der Beziehungen zwischen Moskau und Washington macht, erfährt US-Präsident Trump (erstmals?) einen gewissen Zuspruch für sein Vorgehen.

Die russische Zeitung WZGLJAD aus Moskau:

"Trump wollte durch diesen Angriff vor allem innenpolitisch seine Aktien steigen lassen. Er wollte zeigen, dass sein Vorgänger Obama nur geredet hat - und er nun handelt. Auch außenpolitisch demonstrierte Trump seine Stärke. Ob dies nun alles verändert? Vielleicht in Syrien, aber nicht in den amerikanisch-russischen Beziehungen, denn Putin versteht Trumps Motivation und seine Ziele sehr gut. Russlands Wille, mit Trump einen Dialog zu führen, bleibt ungebrochen."

Die russische Zeitung KOMMERSANT aus Moskau:

"US-Präsident Donald Trump hat seine Haltung in der Syrien-Frage schlagartig verschärft. Mehr noch: Trump geht nun bedeutend weiter als sein Vorgänger Obama. In der Nacht zum Freitag griffen die USA eine von der syrischen Armee kontrollierte Luftwaffenbasis in der Provinz Homs an. Nach syrischen Angaben gab es Opfer. US-Außenminister Tillerson wies außerdem darauf hin, dass die Vereinigten Staaten offenbar Schritte vorbereiteten, die die Absetzung des syrischen Präsidenten Assad zum Ziel hätten. Diese neue Politik Trumps könnte alle Hoffnungen auf eine Zusammenarbeit zwischen Moskau und Washington zur Lösung des Syrien-Konflikts zunichtemachen. Dies umso mehr, da das Weiße Haus vor dem Militärschlag keinen Kontakt zum Kreml gesucht hatte",

Die US-Zeitung THE NEW YORK TIMES:

"Präsident Donald Trump hat richtig gehandelt, das syrische Assad-Regime wegen des Giftgaseinsatzes gegen das eigene Volk anzugreifen. Trump will vielleicht nicht der 'Präsident der Welt' sein, aber diese schaut nach wie vor auf die USA, wenn ein Tyrann sich über internationale Vereinbarungen wie die Ächtung des Einsatzes chemischer Waffen in militärischen Konflikten hinwegsetzt. Trump handelte - und dafür verdient er Lob. Hier zuhause sollte der Präsident nun wieder die für syrische Flüchtlinge zugeschlagenen Türen öffnen. Die Opfer des Giftgasangriffs haben bei Trump Mitleid hervorgerufen, er sollte es auf alle Leidtragenden des syrischen Bürgerkriegs ausdehnen - diejenigen, die vor seiner Brutalität fliehen, eingeschlossen."

Die US-Zeitung WASHINGTON POST:

"Und dann kamen die Bilder der syrischen Kinder. US-Präsident Donald Trump steht an einem unvorhersehbaren Wendepunkt, an dem sich Fragen über Krieg und Frieden oft entscheiden. Trumps Erkenntnis: Seine Aufgabe ist es, das syrische Gemetzel zu beenden. Trump sollte sich nun ein Beispiel an Harry Truman nehmen, ein weiterer Präsident, der sich 1945 in den Wirren des zweiten Weltkriegs völlig unvorbereitet den globalen Verantwortungen gegenüber sah."

Die in London erscheinende arabische Zeitung AL ARABY AL-JADEED:

"Trump hat außenpolitisch kein Konzept und keine Strategie, das gilt auch für den Nahen Osten. Er wechselt von einer Position zur anderen und lässt damit eine politische Deutung nicht zu. Er war zunächst für die US-Invasion im Irak, dann dagegen. Ebenso war er gegen Obamas Rote Linien. Und wie Obama seine illusionäre Syrien-Politik an den Mann zu bringen versuchte, tut es jetzt auch Trump. Er hat die Allianzen mit unterdrückerischen und tyrannischen Regimes in der Region ausgebaut. Seine Hauptfeinde in der Region sind diejenigen, die sich für Freiheit, Würde und Unabhängigkeit einsetzen, insbesondere dann, wenn sie aus den islamischen Reihen kommen. Ob der Militärschlag Assad wirklich etwas anhaben kann, ist zweifelhaft. Vermutlich wird Assad Trump überdauern."

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