Stadt Aachen
Internationaler Karlspreis geht an ehemaligen EZB-Chef Mario Draghi

Der Internationale Karlspreis der Stadt Aachen geht in diesem Jahr an den ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Draghi. Mit dem Italiener ehre man eine Persönlichkeit, die zielgerichtet und mit unerschütterlicher Entschlossenheit Großes für Europa geleistet habe, begründete das Karlspreis-Direktorium seine Entscheidung. 

    Mario Draghi, der ehemalige Chef der Europäischen Zentralbank, steht am Pult. Hinter ihm sieht man die Sterne der Europaflagge.
    Mario Draghi, der ehemalige Chef der Europäischen Zentralbank (picture alliance / Wiktor Dabkowski)
    Der Preisträger habe "in einer dramatischen Situation den Euro gerettet", sagte der Vorsitzende des Direktoriums, der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsidenten Laschet, bei der Verkündung in Aachen. Laschet ging in seiner Begründung vor allem auf Draghis berühmte Worte "Whatever it takes" ("Koste es, was es wolle") während der Schuldenkrise 2012 ein. Mit seiner Aussage "Die Europäische Zentralbank wird alles tun, was nötig ist, um den Euro zu schützen" hatte der damalige EZB-Präsident die Finanzmärkte beruhigt.
    Außerdem hob Laschet den 2024 von Draghi veröffentlichten und nach ihm benannten Report zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit hervor. Draghi hatte darin gemahnt, dass die Europäische Union dringend innovativer werden müsse.
    Der 78-jährige Draghi war von 2011 bis 2019 EZB-Präsident. In seine Amtszeit fiel unter anderem die Euro- und Staatsschuldenkrise. Draghi war außerdem in den Jahren 2021 und 2022 italienischer Regierungschef.

    Europa hat laut Draghi "mehr Feinde denn je"

    Draghi bedankte sich in einer Videobotschaft. Er sagte, die Entscheidung komme zu einer Zeit, in der der Europa viele Feinde habe. Deshalb müsse man zusammenstehen und militärisch, wirtschaftlich sowie politisch stärker werden.
    Mit dem Karlspreis werden seit 1950 Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet, die sich um Europa verdient gemacht haben. Zu den prominentesten Preisträgern zählen etwa der verstorbene Papst Franziskus, die ehemalige Bundeskanzlerin Merkel, Frankreichs Präsident Macron und der ehemalige US-Präsident Clinton. 2025 war die Auszeichnung an EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen gegangen. Mit einer Million Euro Preisgeld ist er seit dem vergangenen Jahr der höchstdotierte Preis in Europa. Er wird traditionell am Himmelfahrtstag verliehen, dieses Jahr am 14. Mai.
    Diese Nachricht wurde am 17.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.