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Investorenplan der FIFA für WM vor dem Aus

Die Pläne der FIFA, die Fußball-Weltmeisterschaft für Investoren zu öffnen, dürften gescheitert sein. In den Widerstand dagegen reihte sich nun auch der für Asien zuständige Kontinentalverband AFC ein. Zuvor hatten sich bereits die UEFA für Europa und die CONCACAF für Nord- und Mittelamerika gegen das Vorhaben gestellt, wodurch die FIFA über keine Mehrheit zur Durchsetzung ihrer Pläne verfügt.

    In einem Korb liegen viele Fußbälle ohne Luft. Sie sind aufeinander gestabelt.
    Der Investorenplan der FIFA scheint nicht durchsetzbar zu sein. (Archivbild) (picture alliance / Pressebildagentur Ulmer)
    In der Stellungnahme der AFC heißt es, der Fußball hätte niemals in eine solche Lage geraten dürfen. Die drei Verbände stehen zusammen für 136 von 211 stimmberechtige Mitgliedsverbände. Die Europäische Fußball-Union UEFA hatte sogar explizit mit einem Turnier-Boykott gedroht. Es würden keine europäischen Nationalmannschaften an Wettbewerben der FIFA teilnehmen, solange die Vorschläge im Raum stünden. Das nächste Turnier ist bereits die U20-WM der Frauen in Polen im September.

    Sorge über "Zukunft" und "Seele" des Fußballs

    FIFA-Präsident Infantino erhielt inzwischen Kritik auch aus den eigenen Reihen. Carlos Cordeiro, hochrangiger Berater des Fußball-Weltverbandes, trat aus Protest zurück. Der ehemalige Investmentbanker und Ex-Präsident des
    US-Fußballverbandes war 2021 von Infantino zum Senior Advisor berufen worden, um die Zukunft des Fußballs mitzugestalten. Er sagte nun, der Verband "verpfände die Zukunft des Fußballs ohne jede überzeugende Rechtfertigung". Die UEFA hatte gar davon ⁠gesprochen, die FIFA stelle die "Seele" des Fußballs zum Verkauf.
    Der Weltverband widersprach: "Niemand verkauft ⁠den Fußball. Das ist etwas, was die FIFA nie tun würde." Stattdessen bekräftigte er seine Investorenpläne und machte eine angeblich fehlerhafte Berichterstattung in den Medien für die Situation verantwortlich.

    Nicht überall Widerstand

    Ein Sprecher des Ozeanischen Fußballverbands OFC teilte lediglich knapp mit, dass man die FIFA-Vorschläge prüfen werde. Keine Reaktion gab es zunächst vom südamerikanischen Verband Conmebol. Der afrikanische Dachverband CAF hatte sich zuletzt offen für die Investorenpläne gezeigt. Die FIFA hatte mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der WM eine hohe Milliardensumme einspielen zu wollen, von denen auch die nationalen Verbände profitieren sollten.
    Für die Umsetzung will der Weltverband das Tochterunternehmen FIFA Forward Enterprise - FFE - gründen. Laut Berichten setzte der Weltverband eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investorendeal und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung. Der Stichtag soll demnach der 19. September sein. Infantino steht im kommenden Jahr zur Wiederwahl.
    Diese Nachricht wurde am 31.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.