"Statements gegen Hass"
IOC untersagt Eisschnellläuferin Schlörb Nutzung von Schuhen mit aufgedruckten Botschaften

Bei den Olympischen Winterspielen in Mailand darf die deutsche Eisschnellläuferin Josephine Schlörb nicht mit ihren gewohnten Schuhen starten. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) untersagte der 22-Jährigen ihren Angaben zufolge die Nutzung. Grund seien die auf den Schuhen aufgedruckten Botschaften.

    Das Bild zeigt die deutsche Eisschnelläuferin Josephine Schlörb in Aktion auf der Eispiste. Sie trägt einen für diese Sportart typischen, hautengen Ganzkörperanzug mit Kapuze für die Haare.
    Eisschnelläuferin Josephine Schlörb (Archivbild). (picture alliance / dpa / Peter Kneffel)
    Schlörb sagte der "Sächsischen Zeitung": "Auf meinem alten Maßschuh hatte ich relativ viele Statements aufgedruckt. Zum Beispiel: 'Hass ist keine Meinung. Diskriminierung ist ein Verbrechen'." Deshalb nahm die Vize-Europameisterin von 2024 frühzeitig Kontakt zum Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) auf.

    IOC verweist auf olympische Charta

    Ein knappes halbes Jahr später kam vom IOC das Verbot mit Verweis auf die Regel 50 der olympischen Charta. Das Wettkampffeld müsse komplett frei von politischen Gedanken sein, erklärte Schlörb. "Du darfst drumherum alles machen, alles tragen, alles sagen – aber beim Wettkampf selbst darfst du keine politischen Statements bringen."

    Schlörb entwickelte neues Schuh-Design

    Daraufhin machte die Dresdnerin die Aufschriften unkenntlich, doch diese Version untersagte das IOC ihr zufolge ebenfalls. Schlörb entwickelte ein neues Design, druckte eine Weltkarte aus dem Wort Respekt in verschiedenen Farben auf die Schuhe. Dies wurde genehmigt, allerdings steckte viel Arbeit dahinter.
    Die Winterspiele beginnen am Freitag. In der Teamverfolgung will Schlörb mit Lea Sophie Scholz und Josie Hofmann um die Medaillen mitlaufen.
    Diese Nachricht wurde am 02.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.