
In "Persepolis" beschreibt Satrapi ihre Kindheit im Iran, die Erfahrungen von Exil und Migration sowie die Folgen politischer Umbrüche. Das Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und 2007 von Satrapi gemeinsam mit Vincent Paronnaud als preisgekrönter Animationsfilm verfilmt. Neben der Veröffentlichung weiterer Comics arbeitete Satrapi auch als Filmregisseurin und Drehbuchautorin.
Satrapi wurde 1969 in der nordiranischen Stadt Rascht geboren und wuchs in Teheran auf. Als Jugendliche wurde sie Mitte der Achtzigerjahre von ihren Eltern nach Wien geschickt, um den politischen Repressionen nach der Islamischen Revolution und dem verheerenden Iran-Irak-Krieg zu entgehen. Später zog sie nach Frankreich.
Unterstützerin der Frauenrechte im Iran
Satrapi galt als wichtige Stimme für Meinungsfreiheit, Frauenrechte und eine differenzierte Sicht auf die iranische Gesellschaft. Zu den Protesten im Iran nach dem Tod der Kurdin Jina Mahsa Amini veröffentlichte sie 2023 den Band "Frau, Leben, Freiheit".
Im Januar 2025 machte Satrapi Schlagzeilen, als sie eine Auszeichnung mit dem höchsten Verdienstorden Frankreichs - der Ehrenlegion - aus Protest ablehnte. Die Revolution der Frauen im Iran zu unterstützen, könne sich nicht darauf beschränken, "Fotos mit Opfern oder Prominenten bei den Gedenkfeiern zum Tod von Mahsa Amini zu machen", sagte Satrapi damals auf Instagram. Neben einer fehlenden Unterstützung kritisierte sie auch, dass Frankreich jungen Iranern, Künstlern und Dissidenten Touristenvisa verweigere.
Diese Nachricht wurde am 04.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
