Protestbewegung
Iranische Filmemacher Panahi und Rasoulof prangern "unverhohlene Repression" des Regimes an

Die iranischen Filmemacher Jafar Panahi und Mohammad Rasoulof prangern die "unverhohlene Repression" gegen die Protestbewegung in ihrem Heimatland an. Sie veröffentlichten im Onlinedienst Instagram eine gemeinsame Erklärung.

    Jafar Panahi und Mohammad Rasoulof stehen nebeneinander vor einer Wand auf der "Locarno Filmfestival" steht.
    Jafar Panahi und Mohammad Rasoulof im August 2025 beim Locarno-Filmfestival (IMAGO / Bestimage / IMAGO / Romain Doucelin / Bestimage)
    Darin heißt es, das iranische Regime habe die Mittel zur Kommunikation im Landesinneren unterbrochen und alle Kontaktmöglichkeiten mit der Welt außerhalb blockiert. "Der Rückgriff auf solche Mittel hat zum Ziel, die eingesetzte Gewalt bei der Unterdrückung der Demonstrationen zu verschleiern", erklärten die beiden Filmemacher. Sie riefen die internationale Gemeinschaft auf, Kommunikationsmittel einzurichten, um zu überwachen, was in dem Land passiert. 
    Die iranischen Behörden haben das Internet angesichts der landesweiten, massiven Proteste komplett blockiert. Aus dem Iran dringen seither nur noch wenige Informationen oder Bilder über die Demonstrationen nach draußen.

    Regisseure drehten regime-kritische Filme über den Iran

    Panahi hatte für seinen Film "Ein einfacher Unfall", in dem es um das Leben von einstigen politischen Gefangenen im Iran geht, die zufällig ihrem mutmaßlichen Folterer begegnen, im vergangenen Jahr in Cannes die Goldene Palme gewonnen. Panahis eigene Erfahrungen im Gefängnis waren der Ausgangspunkt für den heimlich im Iran gedrehten Film.
    Rasoulof war mit seinem Film "Die Saat des heiligen Feigenbaums" im vergangenen Jahr für den Oscar für den besten internationalen Film nominiert. Der Film spielt vor dem Hintergrund der Massenproteste, die der Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini nach einem Polizeigewahrsam im September 2022 im Iran ausgelöst hatte. Er wurde in Abwesenheit von Rasoulof heimlich im Iran gedreht. Er und drei Schauspielerinnen in dem Film flüchteten aus dem Iran nach Deutschland.
    Diese Nachricht wurde am 11.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.