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StartseiteCorsoAlles muss raus!12.07.2019

Is was?! Aufreger der WocheAlles muss raus!

Thilo Sarrazin versucht in der SPD zu bleiben, der Sohn von John Lennon wird vom Rammstein-Sänger Till Lindemann rausgeschmissen und selbst der wissenschaftliche Dienst des Bundestages fordert ein "Raus!" von heimlichen Zuhörern.

Von Phillip Walulis

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Ein paar Leute gehen an einem Schaufenster mit großem Schriftzug "alles muss raus" in der Fußgängerzone vorbei (imago stock&people )
Ist denn schon SSV? (imago stock&people )
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"Raus!",hieß es für Sean Lennon. Raus aus der Backstage-Party von Rammstein. Wenn Sie jetzt sagen: "Aber John Lennon ist doch tot?", dann ging es Ihnen wie Till Lindemann, dem Sänger von Rammstein. Der hat sich auch verhört. Denn es war Sean Lennon. Der Sohn von John Lennon. Also praktisch die lautmalerisch weichgespülte Version. Seanyboy wollte auf die Party, nannte seinen Namen, doch Lindemann erwiderte kühl: "Verarschen kann ich mich selber." Vielleicht beim nächsten Mal lieber eine Visitenkarte mitbringen: "Sean Lennon, Musiker. Und Sohn von John Lennon."

Weitere undankbare Namen, mit denen Sie sicher bei lautstärkegeplagten Till Lindemann scheitern werden: Roberto Bianco, Heribert Grölemeier und Angelo Merkel.

Muss der Thilo weg?

Wo wir schon bei Scheitern sind: die SPD und der Parteiausschluss von Thilo Sarrazin. Die Partei will mit ihm das machen, was er sich für viele Flüchtlinge in Deutschland wünscht: raus! Ein Parteigericht hat jetzt entschieden, dass er ausgeschlossen werden kann. Aber, Überraschung: Thilo Sarrazin hat keinen Bock auf Abschiebung und möchte drinbleiben. In der SPD. Sein Plan: klagen durch alle Instanzen. Klarer Fall von Anti-Abschiebe-Industrie, oder?

Es könnte also Jahre dauern, bis Sarrazin in den Flieger aus der SPD gesetzt werden kann. Wenn er bei der Registrierung als Sozialdemokrat überhaupt die richtigen Personalien angegeben hat. Sollen so Leute ja machen.

Lauschen verboten!

Raus soll übrigens auch Alexa. Aus dem Haus! Das sagt der wissenschaftliche Dienst des Bundestages. Er warnt vor Gefahren bei häuslichen Sprachassistenten wie Alexa. Denn es sei unklar, wie unbeteiligte Dritte oder Kinder von der Datensammelwut geschützt werden könnten. Im Werbespot klingt das freilich positiver. Alexa, das Power-Gerät! Mit "sieben Mikrofonen - die Sie hören, egal aus welcher Richtung Sie sprechen".

Schön! Selbst die größte Dystopie lässt sich mit der richtigen Musikauswahl als wunderbare Neuerung präsentieren:"Wollten Sie schon immer mal ihre privatesten Konversationen auf einem Server in der Cloud speichern? Dazu das wohlige Wissen, dass das irgendein Fremder anhört, um unser Produkt zu verbessern? Glückwunsch! Dann bestellen Sie jetzt Alex - den Minispion für den Hausgebrauch."

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