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StartseiteCorsoBlau sein im HH-Land …07.02.2020

Is was?! Aufreger der WocheBlau sein im HH-Land …

Trump hat die Hölle hinter sich, wir schmoren nur im Fegefeuer. Die einen sind blau, die anderen gelb – dann kommt schon braun. Die AfD hat uns den Weckruf gegeben. Auf, Leute! Danke: HH. Danke, Herr Höcke.

Von Klaus Pokatzky

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Thomas L. Kemmerich, FDP (imago / STAR-MEDIA)
Er kam, sah und ging: 25 Stunden war Thomas L. Kemmerich Ministerpräsidentenamt in Thüringen (imago / STAR-MEDIA)
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Geht es uns gut! Okay, vom berühmtesten thüringischen Politiker aller Zeiten stammt der Spruch: "Ein garstig Lied! Pfui! Ein politisch Lied!" Aber ist doch alles super gelaufen im Landtag in Erfurt. Danke: HH! Danke, Herr Höcke.

Der Präsident vom Trumpenland ist "durch die Hölle gegangen". Das hat er jetzt nach seinem Freispruch im Impeachment-Verfahren gesagt. Wir im HH-Höckeland sind aber doch nur im Fegefeuer gelandet. Und das ist gut so, Leute! Da gehören wir hin.

Hölle und Fegefeuer

Im Fegefeuer müssen wir uns für unseren Weg entscheiden. Wollen wir ein HH-Land – oder wollen wir unsere nette alte Konsensdemokratie: Wo Minister schwul sein dürfen, Fußballer schwarz und Bataillonskommandeure der Bundeswehr transgender? Ja, wollt ihr das, Leute? Dann auf! HH-Höcke hat uns den Weckruf gegeben. Ein Verdienst, das wir ihm gar nicht hoch genug anrechnen können.

Nur mag ich nicht, wenn er mir meinen Satire-Arbeitsplatz wegnimmt. Eine Partei, von der kein einziger HH-Abgeordneter bei der entscheidenden Abstimmung im Landtag seine Stimme für den eigenen Kandidaten abgibt: Das ist doch Satire pur! Und das alles völlig überraschend. Die wollen mich arbeitslos machen, diese Leute.

Wie blau, gelb oder braun?

Und dann dieser (HaHa!) liberale Politiker. Seine alte Parteifarbe ist gelb. Dann kommt gleich rechts davon in der Farbenskala das Braune. Passt also alles in Erfurt. Schwarz hat auch mitgespielt – ist aber keine Farbe. Blau ist übrigens die offizielle Partei-Farbe von HH. Manchmal ist das auch ein Zustand. Wie blau ist der neue Ministerpräsident in Erfurt? Wie schwarz, wie gelb, wie braun? Tritt er nun zurück? Brauchen wir ein thüringisches Impeachment-Verfahren?

Er verlässt sein Amt mit Müh und Not – in seinen Armen die Demokratie war eben nicht tot. Im Gegenteil! "Man soll alles vermeiden, was unwürdig, was gemein ist." Das hat der berühmteste thüringische Politiker aller Zeiten gesagt. Er hieß Johann Wolfgang von Goethe. Bei ihm herrschten noch kultivierte Herzöge. War eine tolle Zeit!

  

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