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StartseiteCorsoBrexit, Bahn und Barrieren 31.01.2020

Is was?! Aufreger der WocheBrexit, Bahn und Barrieren

Abgeordnete zum Singen verleiten und zum Händchenhalten - eine letzte erfolgreiche Provokation der britischen EU-Parlamentarier. Und man gab einander schluchzend das Händchen, als gäbe es keine drängenden Probleme - und vor allem: als gäbe es keine Corona-Viren.

Von Stefan Reusch

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"Get Brexit Done" steht auf einem Schild, das durch eine Styropormauer gefahren wird (picture alliance / empics / Stefan Rousseau)
Premierminister Boris Johnson prägte den Slogan "Get Brexit Done" in seinem Wahlkampf (picture alliance / empics / Stefan Rousseau)
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Der Countdown läuft. Großbritannien geht. Was bleibt? Alles wie immer.

Faktencheck: 71 Prozent der Erde sind mit Meer bedeckt. Und ohne Großbritannien?  Auch 71 Prozent.  Also: vorher - nachher, wo ist der Unterschied? Irgendwann kann keiner mehr Englisch ... ja und! Okay: "I am very sad!", "Ich bin es so satt!"

Jetzt machen die Schotten dicht, machen ihr eigenes Ding. Und dann werden über den Ärmelkanal Boat People kommen: Britische Jungakademiker auf der Flucht nach Europa.

Griechenland schafft jetzt vor seinen Inseln künstliche Inseln. Nicht zum Ausgleich des Verlustes Großbritanniens, nein: schwimmende Barrieren, kilometerlang, zur Flüchtlingsabwehr. Boote werden dann aufgehalten. Ja und dann? Säuseln wir zur Ehre der Barriere: "Hältst den Flüchtling von uns fern / darum haben wir dich gern"? Komisch, wie kalt uns das lässt. Weil es nicht neu ist, halten wir es beinahe schon für normal. Wir wollen Neues!  

Plant die Bahn einen Imagewechsel?

Da - die Deutsche Bahn! Nein: Sie fährt noch nicht - aber das billiger! Nun, eben diese Deutsche Bahn hat soeben eine Marge von neuen ICEs an den Produzenten zurückverwiesen, weil die Züge - und das ist neu - weil die unzuverlässig seien. Plant die Bahn einen Imagewechsel? Das wäre echt neu. Aber kein Grund zur Aufregung.

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Aber das Coronavirus, das ist neu, das regt auf. Es ist in aller Munde. Das war übertrieben – aber was raten die Mediziner? Hände waschen. Und auf Nies-Etikette achten. Das heißt: Nicht in die hohle Hand niesen, sondern in die Ellenbeuge. Angenommen, ich habe Niesreiz; und wenn der Nebenmann das nicht einsieht, pack' ich ihn am Handgelenk, werde dieses kräftig nach oben bewegen, die eigene Nase schnell in die fremde Beuge hineinpressen und tüchtig niesen. Nicht vergessen - das gehört zur Nies-Etikette dazu - "Danke" sagen. Vielleicht sogar dem andern die noch unbenutzte eigene Ellenbeuge offerieren. "Darf ich Ihnen meinen Arm anbieten?", oder "Dürfte ich um ihre Nase anhalten?".

Höflichkeit ist so wichtig. Das wussten schon die alten Engländer. Aber das ist lange, lange her ...

  (Deutschlandradio / imago / Jürgen Schwarz) (Deutschlandradio / imago / Jürgen Schwarz)

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