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StartseiteCorsoDer satirische Wochenrückblick18.09.2015

Is was!?Der satirische Wochenrückblick

Angela Merkel zeigt Emotionen, lässt uns aber im Unklaren, was das für uns bedeutet. Bayern denkt über Flüchtlinge auf dem Oktoberfest nach und die Bahn hat Verspätung bei der Preiserhöhung.

Von Stefan Reusch

Was ist mit ihr los? Angela Merkel wurde schon wieder emotional. Zuerst "Wir schaffen das" und nun - im Wortlaut- "Wenn wir jetzt anfangen müssen, uns zu entschuldigen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land."

Mutet sie uns jetzt mehr zu oder ruft sie uns jetzt "mehr Mut" zu? Welche Halbwertszeit hat ein freundliches Gesicht? In Europa? Klar, es versteht sich von selbst, dass niemand vorhat, eine Mauer zu bauen. Und Deutschland ist für Flüchtlinge eine Art gelobtes Land. Da reibt man sich schon die Augen. Wir als die Guten, das war'n wir noch nie. Das ist sehr ungewohnt.

Und wie das weitergeht...? Nun zunächst einmal werden in München Angehörige verschiedenster Kulturkreise den Hauptbahnhof bevölkern. Jetzt am Wochenende gesellen sich zu den Flüchtlingen noch die Kampftrinker. Das Oktoberfest beginnt morgen, der internationale Hotspot für Aussaufmodelle und Lodenhüter aus sicheren Drittländern. Dann werden sich immerhin Bedenken zerstreuen der Art, Europa funktioniere nur als Binnenmarkt und nicht als Wertegemeinschaft. Nein: Alle sind gleich im Promillebereich. Und die Flüchtlinge? Wenn sie Gesänge hören wie "Die Hände zum Himmel"?

Und alle kommen in die bayrische Landeshauptstadt mit - der Bahn. Die Bayern übrigens haben ein schönes Wort für "Fremde, die mit der Bahn kommen": "ZugReiste" – Ou, ne. Kalauer bitte zurückbleiben! Danke!

Bei der Bahn gibt es sowieso kein freundliches Gesicht. Da ist alles aus den Fugen. Jetzt kommen da nicht einmal mehr die Preiserhöhungen pünktlich. Der komplette Bahnsinn! Die Preise stagnieren, nur weil es Fernbusse gibt, die billiger sind. Und die Autos? Die sind ja noch teurer als die Bahn, aber da gehen die Preise nicht runter, Autos kann sich bald keiner mehr leisten. Ja.

Autos werden, was man so hört, bald alleine fahren. Ohne uns. Pkw werden durchdigitalisiert. Das ist der Trend auf der IAA (der Internationale der Abwrackanwärter) Und gab es früher Unfälle mit Verletzten, gibt es bald Unfälle mit Vernetzten. Ein Fortschritt. Irgendwie.

Aber muss man das gut finden? Muss man das auf Facebook "liken"? Aufatmen. Bald muss man gar nix mehr "liken". Mr. Facebook, Mark Zuckerberg persönlich, will dem Gefällt-mir-Button  "Daumen hoch!" einen... nun, nicht gerade einen Dislike-Button hinzufügen, aber doch einen Empathie-Knopf, wer weiß mit einem freundlichen Gesicht, einem Merkel-Smiley...

Zuckerberg will den Nutzern so eine "breitere Möglichkeit geben, ihre Gefühle zu zeigen".

Schön ist: auch so ein rumpeldummes Sätzchen muss man nicht mehr "liken". Aber Daumen runter...? Nee. Oder Lächeln. Achwas.

Ich reagiere erst, wenn es den Button gibt mit dem ausgestreckten Mittelfinger.

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